Mosternte 2021: Wenig, aber hervorragend

Erstellt am 17. Februar 2022 | 04:40
Lesezeit: 2 Min
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Sepp Zeiner aus Oberzeillern (Bezirk Amstetten) ist der amtierende Primus der Mostbarone.
Foto: Hannes Ramharter
Der Primus der „Mostbarone“, Sepp Zeiner, zieht eine durchwachsene Erntebilanz.
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Die Mosternte 2021 fiel nicht „berauschend“ aus. Das liegt nicht am niedrigeren Alkoholgehalt des Mosts im Vergleich zum Wein (rund 7 Volumprozent), sondern dass es während der Blütezeit geregnet hat. Viel Sonnenschein im Herbst sorgte aber dafür, dass die Moste laut Klosterneuburger Mostwaage bis zu 15 KMW erreichten und damit die besten Voraussetzungen für einen hervorragenden Jahrgang geben.

Verein schaffte Most-Renaissance

Anfang der 1990er-Jahre schafften die Mostbarone – ein Verein mit Mostproduzenten, Hoteliers und Gastronomen – die Wiederbelebung des Mosts, der damals „aus der Mode“ war. Jeweiliger „Chef“ der Mostbarone ist der Primus. Er ist für ein Jahr gewählt und der „Erste unter Gleichen, weil alles selbstständige Betriebe sind“, erklärt der amtierende Primus Sepp Zeiner.

Im Rahmen dieser Vereinigung setzt man sich auch mit seinen schärfsten Mitbewerbern regelmäßig zusammen, um Erfahrungen auszutauschen. Der Nachfolger von Zeiner ist bereits gewählt: Leo Reikersdorfer jun. aus Greinöd bei Neuhöfen an der Ybbs wird im Rahmen der Mostwallfahrt den Eid ablegen. Kürzlich erschien dazu mit „Der Mord am Primus“ ein Krimi des Mostviertlers Helmut Scharner.

Mostbarone sind durch ihren Eid auf die Birne verpflichtet zu sorgen, dass Birnbäume weiterhin die Region prägen. So werden pro Jahr rund 4.000 neue Birnbäume gepflanzt. „Aufgrund des Klimawandels würde ich nur mehr spätere Sorten auspflanzen“, so Zeiner.

Wie beim Wein gibt es beim Most staatliche Prüfnummern, die vom Bundesamt Klosterneuburg nach strengen Qualitätskriterien vergeben werden: Most gibt es extra trocken, trocken, halbtrocken oder halbsüß, ganz selten auch süß. Um Konsumenten und Gastronomen künftig auch in entfernteren Regionen mit Most versorgen zu können, arbeiten die Mostbarone derzeit am Aufbau einer neuen Vertriebsschiene.

„G’sundheit“, ein derzeit oft geäußerter Wunsch, sagt man übrigens auch beim Anstoßen mit Most.