EU gibt Lettland Grünes Licht für Euroeinführung. Die EU-Kommission hat am Mittwoch grünes Licht für den Euro-Beitritt Lettlands ab Jänner 2014 gegeben. Lettland wird damit - nach der Entscheidung am EU-Gipfel und der Absegnung durch die Eurogruppe - das 18. Land der Währungsunion. EU-Währungskommissar Rehn lobte die Anstrengungen des baltischen Landes, für das im heurigen Jahr das stärkste Wirtschaftswachstum in der EU-27 vorausgesagt wird.

Erstellt am 05. Juni 2013 (15:44)
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In dem osteuropäischen Staat selbst wird der von der Regierung angestrebte Euro-Beitritt aber durchaus skeptisch gesehen: Während etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Letten die Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung in einer Mitte Mai veröffentlichten Umfrage begrüßten, sprachen sich 62 Prozent der Befragten dagegen aus. Damit hat der Euro aber immerhin weniger Gegner in der Bevölkerung als noch im Oktober.

Rehn erklärte bei der Präsentation des Gutachtens der Kommission für den Euro-Beitritt, Lettland sei ein Beispiel dafür, dass ein Land erfolgreich seine makroökonomischen Ungleichgewichte überwinden und gestärkt aus der Krise hervorgehen könne. Nach der tiefen Rezession 2008 und 2009 habe Lettland entschiedene Schritte unternommen, unterstützt durch ein Hilfsprogramm und EU und IWF, das schließlich mit verbesserter Flexibilität und Anpassungen im wirtschaftlichen Bereich zu einem nachhaltigen Wachstum geführt habe.

Das Gutachten zu Lettland beurteilt die Erfüllung der Kriterien für die Gemeinschaftswährung positiv. Die durchschnittliche Inflationsrate im baltischen Staat sei im April gegenüber dem Vorjahresmonat bei 1,3 Prozent gelegen, "weit unter dem Referenzwert von 2,7 Prozent". Es sei davon auszugehen, dass sie auch weiterhin unter diesem Wert liegen werde. Bei Budgetdefizit und Staatsschuld würden ebenfalls die notwendigen Voraussetzungen für den Euro-Beitritt erfüllt. Der Beitrittsprozess wird endgültig abgeschlossen sein, wenn die Finanzminister nach einstimmiger Annahme durch die Eurogruppe den Kurs des Lat zum Euro unwiderruflich festgelegt haben.

Zuvor hatte bereits die Europäische Zentralbank (EZB) Lettland grünes Licht für die Euroeinführung gegeben. Bedenken habe man allerdings wegen des hohen Anteils ausländischer Spareinlagen, die auf den Konten lettischer Banken liegen - sie summieren sich laut EZB auf etwa 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).