EU-Osterweiterung war laut Leitl "Turbo für Österreichs Wirtschaft". Die EU-Erweiterung um die Staaten des früheren Ostblocks, die 2004 mit Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn sowie den drei baltischen Staaten begonnen hatte, nannte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl am Donnerstag als "Turbo für Österreichs Wirtschaft".

Von Redaktion, APA. Erstellt am 01. Mai 2014 (13:05)
Laut Wifo hat die Erweiterung ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent und plus 7.600 Jobs pro Jahr bewirkt. "Österreich hat von der Erweiterung profitiert wie kaum ein anderes in der EU", so Leitl am Tag der Arbeit anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der ersten EU-Osterweiterung am 1. Mai. "Die Wirtschaft hatte einen wesentlichen Anteil daran, dass Europa zusammengewachsen ist. Auch wenn es für die EU nicht einfach war, so viele neue Mitglieder auf einmal zu verdauen - insbesondere unter dem Eindruck der globalen Wirtschaftskrise - und es in manchen Ländern wirtschaftliche Rückschläge gab, die Erweiterung war ohne Alternative und ist es bis heute."

Österreichs Außenhandel mit Osteuropa einen sehr positiven Beitrag zur Handelsbilanz: Der Überschuss von 2,4 Milliarden Euro im Erweiterungsjahr 2004 kletterte binnen weniger Jahre 2008 auf 6,2 Milliarden Euro. Sogar während der Wirtschaftskrise betrug der Handelsbilanzüberschuss 2009 rund 4 Milliarden und zuletzt 2013 rund 2,5 Milliarden Euro. Allein die Exporte in die fünf Länder Ungarn, Slowenien, Tschechien, Slowakei und Polen haben sich seit Österreichs EU-Beitritt 1995 von 4 auf 16,9 Milliarden Euro mehr als vervierfacht.

EU auch für die Zukunft ein wichtiger Anker für politische Stabilität

Die Alpenrepublik sei zudem ein Top-Investor in den "neuen" Mitgliedsländern: Der Bestand an österreichischen Direktinvestitionen in Mittel- und Osteuropa stieg von 400 Millionen Euro 1990 auf 8 Milliarden im Jahr 2000 und 67,2 Mrd. Euro im Jahr 2012. Dies habe die Produktivität der österreichischen Mutterunternehmen erhöht und Jobs hierzulande gesichert. Profitiert habe auch der heimische Fremdenverkehr: So hat sich die Zahl der Touristen aus den 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten zwischen 2005 und 2012 in Summe fast verdoppelt. Auch nach bzw. wegen der Erweiterung besteht in den neuen Mitgliedstaaten ein enormer Bedarf an Investitionen . Für österreichische Unternehmen ergeben sich in den Bereichen Umwelt-, Energie und Verkehrsinfrastruktur auch für die Zukunft besondere Chancen.

Die EU sei auch für die Zukunft ein wichtiger Anker für politische Stabilität, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa, betonte Leitl. Die Wirtschaft setze sich daher dafür ein, weitere Länder des Westbalkans in die europäische Zone der Stabilität aufzunehmen. Klar sei aber auch, dass die betreffenden Länder ihre Hausaufgaben machen müssen, bevor an eine Mitgliedschaft in der EU zu denken ist.