EU will bei Bankenpleiten Großanleger schützen. Die EU-Kommission will nicht nur kleine Sparer vor den Folgen von Bankenpleiten schützen, sondern auch wohlhabenden Anlegern entgegenkommen. Die staatliche Garantie für Sparkonten bis zu 100.000 Euro werde in EU-Kommissionskreisen als nicht ausreichend angesehen, meldete das "Handelsblatt". Befürchtet werde, dass Inhaber größerer Konten, die um die Einlagen fürchten müssten, ihre Konten räumten.

Erstellt am 13. Mai 2013 (20:55)

Um diese Gefahr auszuschließen, müsse es eine "Präferenz" für alle Einleger geben, zitierte die Zeitung weiter aus Kreisen der EU-Kommission. Einen entsprechenden Passus wolle die Kommission in den bereits vorliegenden Richtlinienentwurf zur Bankenabwicklung einfügen. Dies bedeutet demnach, dass Kontoinhaber in der bei der Haftung bessergestellt würden als Gläubiger mit Vorrangstatus, für die sich wiederum das Verlustrisiko deutlich erhöhen würde.

Die EU-Finanzminister beraten am Dienstag in Brüssel über Regeln zur Abwicklung von Banken - und in welcher Reihenfolge bei Pleiten künftig zum Schutz der Steuerzahler auch Anteilseigner, Gläubiger und Kontoinhaber beteiligt werden. Großbritannien und Frankreich hätten sich schon im Vorfeld gegen die Besserstellung wohlhabender Anleger ausgesprochen, sagten EU-Diplomaten laut "Handelsblatt". Beide Länder wollen demnach die Regeln weiter selbst bestimmen.