EVN: Analysten erwarten klaren Gewinneinbruch. Die Bankanalysten von Raiffeisen Centrobank (RCB) und Kepler Cheuvreux erwarten beim niederösterreichischen Energieversorger EVN für die Quartale 1-3 des Geschäftsjahres 2012/13 einen deutlichen Gewinnrückgang von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Erstellt am 27. August 2013 (16:34)
NOEN, EVN / Gabriele Moser
Ein spezialisierter Techniker bei Abseilen von einer Windkraftanlage.
Beim Umsatz und dem operative Ergebnis (EBIT) rechnen sie mit minimal niedrigeren Zahlen. Bei den Umsätzen rechnen die Analysten mit einem leichten Rückgang auf durchschnittlich 2,21 Mrd. Euro, einem Rückgang von zwei Prozent zum Vorjahreswert von 2,26 Mrd. Euro. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird von den Bankexperten ebenfalls ein leichter Rückgang von 416,20 auf 404,70 Mio. Euro (minus drei Prozent) erwartet. Für das operative Ergebnis (EBIT) fällt der Rückgang mit einem Prozent etwas geringer aus: Statt 226,10 Mio. Euro rechnen die Analysten durchschnittlich für dieses Jahr mit 223,60 Mio. Euro.

Beim Vorsteuergewinn wird die EVN nach Schätzung der Experten ein Drittel unter dem Vorjahreswert liegen. Konnten in den ersten neun Monaten 2012 noch 291,70 Mio. Euro Vorsteuergewinn eingefahren werden, so ergab der APA-Konsensus für heuer einen Wert von durchschnittlich 196,15 Mio. Euro. Noch deutlicher soll der Gewinnrückgang nach Steuern sein. Hier erwarten die Bankexperten durchschnittlich nur mehr 131,55 statt der 222,80 Mio. Euro vom Vorjahr. Das ist ein Rückgang um 41 Prozent zum Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Wärmeres Wetter im Vergleich zum Vorjahr und niedrigere Strompreise sehen die Kepler-Analysten als Hauptgründe für die schwächeren Umsatzzahlen. Zudem trübten neue Regulierungen im bulgarischen Vertriebsgeschäft das Betriebsergebnis. Auch Kursverluste aus den Verbund-Anteilen und dem Verkauf der Anteile am Devoll-Projekt würden sich negativ auswirken, schreiben die Analysten.

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In Bulgarien sind die Stromversorger mit weitverbreitetem Stromdiebstahl konfrontiert - nicht nur durch Privatpersonen, sondern auch durch Firmen: Im Vorjahr erlitten die drei Stromversorger des Landes, darunter die niederösterreichische EVN, einen Schaden von umgerechnet rund 6,5 Mio. Euro, berichtete am Dienstag die bulgarische Tageszeitung "Dnevnik". Demnach entfielen auf die EVN 800.000 Euro, auf die tschechische Energo Pro 3,4 Mio. Euro und die ebenfalls tschechische CEZ 2,2 Mio. Euro.

Der Zeitung zufolge würden etwa Spa-Hotels, Bars, Restaurants und Bäckereien die Stromzähler manipulieren. Die Pressestelle von EVN-Bulgaria bestätigte die Schadenshöhe für das Vorjahr. Sie verwies unter anderem darauf, dass in Bulgarien der Stromdiebstahl gerichtlich kaum "effektiv bekämpfbar" sei.