EVN will Raiffeisen Anlagen abkaufen. Der Landesversorger bietet um die zum Verkauf stehende Raiffeisen-Energiesparte teilweise mit.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 02. Juni 2014 (09:07)
NOEN, APA

Der Landes-Energiekonzern EVN und die Raiffeisen Holding NÖ-Wien könnten ins Geschäft kommen. Wie berichtet, will Raiffeisen heuer seine Erneuerbare Energie-Sparte verkaufen, die in der Tochter Renergie gebündelt ist. Der Verbund hat als potenzieller Kaufinteressent bereits abgewunken.

„Wir finden einige Projekte sehr interessant“, sagt nun EVN-Chef Peter Layr zur NÖN. Und: „Für einige Anlagen haben wir in NÖ geboten – nicht für alle.“ Mehr könne er zum laufenden Verfahren nicht sagen.

Insgesamt zählt die Renergie 62 Anlagen. Davon in NÖ: Windpark HAGN im Weinviertel (19 Anlagen), Wasserkraftwerk Feistritztal, Biogasanlage Orth/Donau. Ein weiterer Windpark in Deutsch Haslau wird erst Mitte 2014 fertiggestellt. Die übrigen Anlagen stehen in Deutschland, der Slowakei und Tschechien.

Um die Gas-Versorgungssicherheit im Inland zu erhöhen, baut die EVN bis Jahresmitte ihre Gastransportleitung („Westschiene“) von Baumgarten zu den Gaspeichern der Tochter RAG in OÖ fertig.

Ukraine-Krise: Bedrohung noch nicht zu Ende

„Wir befinden uns derzeit in der kritischen Einspeicherungsphase – die Bedrohung ist noch nicht zu Ende“, sagt Peter Layer zu den russischen Gaslieferungen, die über die Ukraine nach NÖ führen. Hintergrund ist die Krise zwischen diesen beiden Nachbarstaaten samt Streit um Schulden der Ukraine an Russland.

Momentan wären die Gas-Pipelines voll: Erst seit 26. Mai würden wieder die vollen Mengen nach Österreich geliefert. Zuvor wären es nur die Hälfte bis zu zwei Dritteln gewesen.

Laut Layr sollten die heimischen Gasspeicher zu 75 bis 80 Prozent gefüllt werden. Derzeit wären sie nur zu einem Drittel voll. Zu Beginn des vergangenen, milden Winters wären die Speicher etwa zur Hälfte gefüllt gewesen. Insgesamt zeigt sich der EVN-Chef aber leicht optimistisch, dass die Einspeicherung für den Winter weiterläuft. Im gegenteiligen Krisenfall würde Layr in Österreich mit Rationierungen rechnen.


Zwischenbilanz

In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres (Oktober 2013 bis März 2014) hat die EVN weniger umgesetzt und weniger verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Hauptgründe waren der milde Winter und die gesunkenen Strompreise. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 12,8 Prozent auf 184,9 Millionen Euro.

Das Konzernergebnis hingegen stieg um 44,1 Prozent auf 189,5 Millionen Euro aufgrund des verbesserten Finanzergebnisses durch die Beteiligungen.