Fachkräfte dringend gesucht. Niederösterreichs Landarbeiter wollen ihren akuten Fachkräftemangel auch mit Arbeitslosen und Asylberechtigten auffangen. Niederösterreichs ÖVP will da mit ihrer Lehrlingsoffensive nachhelfen.

Von Michaela Fleck. Erstellt am 29. Oktober 2018 (14:50)
NÖN.at, ÖVP NÖ
An der Werkbank: Landarbeiterkammer-Präsident Andreas Freistetter mit ÖVP-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner in einer der Werkstätten der LFS Pyhra.

„Wir brauchen immer mehr Fachpersonal. Aber: Wir finden keines!“ Sagt Andreas Freistetter. Denn auch wenn selbst in NÖs Landarbeiterkammer in den letzten Jahren die Mitgliederzahlen stark nach oben gegangen seien, herrsche sogar in renommierten Großbetrieben wie Österreichs Bundesforsten ein Mangel an Fachkräften – und zwar vom Traktorführer bis zum Forstarbeiter oder bis zur Hilfskraft. 

Hier müsse nicht nur das Image, sondern auch die Rahmenbedingungen verbessert werden. Wenn etwa, so der Landarbeiterkammer-Präsident, im Gartenbau (einem von immerhin 15 Lehrberufen in der Land- und Forstwirtschaft) im ersten Lehrjahr aktuell nur 510 Euro Lehrlingsentschädigung ausgezahlt werden, „dann muss das mehr werden“. 

Mehr werden müssten aber etwa auch die Erntehelfer, wofür man künftig auch Arbeitslose und Asylberechtigte „fit machen“ will. Dazu habe man bereits ein Projekt gestartet, das „noch 2019“ umgesetzt werden und das vermehrt auch Niederösterreichs Landwirtschaftliche Fachschulen als Ausbildner einbinden soll. Weil: „Hier“, so auch ÖVP-NÖ-Landesgeschäftsführer Bernhard Ebner beim Pressetermin in der LFS Pyhra zwischen Werkbank, „Steyr“-Transparenten und Hofladen-Käse, „hier werden die Fachkräfte von morgen ausgebildet“. 

Damit die ebenso wie alle anderen angehenden Lehrlinge auch eine Ausbildung bekommen, habe Niederösterreich auch seine bisher größte Lehrlingsoffensive ins Leben gerufen, die ab 1. Jänner 2019 Schulabschlüsse (4.600 Plätze an sieben Standorten), Lehrabschlüsse (248 Plätze an fünf Standorten) und noch 2.040 überbetriebliche Lehrplätze garantieren soll. 

„Wir wollen Lösungen, die ganz nahe bei den Menschen sind“, so Ebner. Und die auch dem Fachkräfte-Mangel etwas entgegen setzen, denn den würden mittlerweile über 40 Prozent von Niederösterreichs Betrieben spüren – von der Land- und Forstwirtschaft bis zum Friseur und Bäcker.