NÖ Trafikanten fordern mehr Rechte. NÖ-Trafikanten wollen legale, rauchbare Hanfprodukte exklusiv verkaufen und pochen auf Exekutierung des Tabakmonopols. Bis 2040 will die EU den Raucheranteil auf unter fünf Prozent senken.

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 20. April 2021 (10:10)
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Der erste, virtuelle Fachgruppentag der NÖ-Tabaktrafikanten ging mit über 500 Personen über den Bildschirm. Die Branche erreichte im Vorjahr wegen pandemie-bedingten Grenzschließungen Umsatzrekorde (2020: 621 Millionen Euro Umsatz in 410 NÖ-Tabakfachgeschäften und 726 Tabakverkaufsstellen). Bei der Tagung wurde die Zukunft der Branche diskutiert und drei Forderungen an die Politik kundgetan.

Peter Schweinschwaller ist Landesgremialobmann der NÖ Tabaktrafikanten.
Tanja Wagner, Tanja Wagner

Als Herausforderung und als Chance betitelte NÖ-Trafikanten-Obmann Peter Schweinschwaller den EU-Plan zur Krebsbekämpfung, der mitunter eine tabakfreie Generation als Ziel definiert. Bis 2040 soll der Anteil der Raucher an der Gesamtbevölkerung unter fünf Prozent fallen. Neuseeland setzt hier radikalere Schritte: Dort soll Nach-2004-Geborenen bald der Zigarettenkauf zur Gänze verboten sein. Das Kiwi-Land will bis 2025 rauchfrei sein. „Umso wichtiger ist es für die Trafiken, jede Chance für neue Produkte oder Neuerungen bei bestehenden Produkten zu nutzen“, sagt Schweinschwaller.

Um den Jugend- und Gesundheitsschutz zu gewährleisten, müssen tabakfreie Nikotinprodukte ausschließlich über das Tabak-Einzelhandelsmonopol verkauft werden, fordert stv. Obmann Josef Pirschl. Nikotinpouches (Anm.: tabakfreie Nikotin-Lutschsäckchen) sollten daher in das Tabakmonopolgesetz aufgenommen werden.

Die Trafikanten pochen außerdem auf das exklusive Verkaufsrecht von legalen, rauchbaren Hanfprodukten, das ihnen laut Tabakmonopol- und Tabaksteuergesetz zustünde. Das Finanzministerium müsse die Regelungen endlich exekutieren. Vielen Hanfshops würden das wirtschaftliche Rückgrat brechen. Um Tabakschmuggel, illegale Importe und Tabaksteuer-Entgang zu verhindern, will die Branche eine Reduktion der Tabak-Freimengen. Es brauche EU-weit einheitliche Regeln.