Flugverkehr u. CO2-Emissionen steigen auch ohne 3.Piste. Die in der heutigen Aussendung von Global 2000 dargelegte Argumentation bezüglich steigender CO2-Emissionen hat leider einen Haken.

Erstellt am 06. März 2017 (15:55)
Symbolbild
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Der Flugverkehr – und die damit verbundenen CO2-Emissionen – werden langfristig weiter zunehmen und das unabhängig von einer dritten Piste in Wien. Die positiven Wachstumseffekte, wie 30.000 neue Arbeitsplätze, mehr Flugangebote für den Tourismus- und Kongressstandort Wien und wichtige Wachstumsimpulse für die heimische Wirtschaft fallen ohne dritte Piste allerdings ersatzlos weg.

Die führenden Luftfahrtorganisationen IATA und ACI erwarten bis 2040 ein weltweites Passagierwachstum von 4% pro Jahr, 394 Airports mit hunderten Start- und Landebahnen werden weltweit gebaut und vor den Toren Europas entstehen mit den Flughäfen in Istanbul und Dubai die größten Flughafen-Drehkreuze der Welt.

Ohne einer dritten Piste in Wien wird der Flugverkehr ab 2025 auf benachbarte Standorte, wie Bratislava, Prag, Budapest und viele weitere, ausweichen und Kurzstrecken-Flugverbindungen und der Individualverkehr dorthin werden zunehmen. Die steigenden CO2-Emissionen werden an der Grenze Österreichs natürlich nicht Halt machen, sondern belasten auch die österreichische Klimaentwicklung.

Seit 1990 haben sich die CO2-Emissionen pro Passagierkilometer um 43% reduziert

Gegen diese Entwicklung wird bereits vieles getan: Seit 1990 haben sich die CO2-Emissionen pro Passagierkilometer um 43% reduziert. Der internationale Dachverband der Fluggesellschaften IATA forciert die weitere Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050 vor allem durch technische Innovationen, Ausgleichsmaßnahmen und alternative Treibstoffe.

Im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystem (EU ETS) werden die CO2-Emissionen im Luftverkehr bis 2020 gedeckelt. Die internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO verfolgt CO2-neutrales Wachstum des Luftverkehrs ab 2020.

Der Flughafen Wien hat seine CO2-Emissionen in den Jahren 2013 bis 2015 um rund 20% und den Energieverbrauch um rund 12% reduziert. Im selben Zeitraum wurden der Treibstoffverbrauch der Fahrzeuge am Flughafen Wien um 18% sowie der Gesamtenergiebedarf um 6% verringert.

Die von Global 2000 vorgenommene Abwägung fällt also leider etwas einseitig aus: Wichtige und vom Bundesverwaltungsgericht bestätigte Wachstumseffekte für Österreichs Wirtschaft, Tourismus und Arbeitsmarkt werden als „kurzsichtig“ abqualifiziert und ein Beleg für den ohne dritter Piste erwarteten positiven Beitrag zum Klimaschutz angesichts der trotzdem steigenden Flugverkehrs- und CO2-Emissionszahlen bleibt aus.