Grünes Licht für dritte Piste. Das Bundesverwaltungsgericht (BvwG) revidiert seinen ersten Bescheid und gibt nun doch grünes Licht für die dritte Piste am Schwechater Flughafen. Das gab das BvwG vor wenigen Minuten in einer Aussendung bekannt.

Von Gerald Burggraf und Anita Kiefer. Erstellt am 28. März 2018 (13:26)
Burggraf Gerald
Der Flughafen Schwechat

Am Flughafen ist man naturgemäß erfreut und bezeichnet den positiven Bescheid im letztinstanzlichen Gerichtsweg als „zukunftsweisenden Schritt zur Stärkung des Wirtschafts- und Tourismusstandortes Österreich“.

Vienna International Airport

Darüber hinaus habe man so „dem Luftfahrtstandort Wien eine attraktive Wachstumsperspektive gegeben“. Seitens Politik und Wirtschaft gibt es ebenfalls ausschließlich positive Reaktionen, Umweltschützer zeigen sich jedoch enttäuscht. 

Noch keine endgültige Entscheidung

Allerdings ist der Bau der dritten Piste trotz der Genehmigung noch nicht in trockenen Tüchern. Projektgegner haben nun sechs Wochen lang Zeit Einspruch zu erheben – und das werden sie aller Vorrausicht nach auch tun. Davon hänge auch der Zeitplan für die Realisierung ab, heißt es vonseiten des Flughafens.  

Wie Pressesprecher Peter Kleemann gegenüber der NÖN angibt, geht man am Airport davon aus, dass ab 2025 der Kapazitätsbedarf für die dritte Piste gegeben sei. 2030 in Betrieb zu gehen sei „realistisch“, so Kleemann. Eine Kostenschätzung und auch eine konkrete zeitliche Schätzung könne der Flughafen nach wie vor nicht geben. Die sei erst möglich, wenn es eine rechtskräftiges Entscheidung gibt.

„Wir beginnen dann zu bauen, wenn es wirtschaftlich darstellbar ist und der Kapazitätsbedarf da ist“, so Kleemann.  Er geht aber von einer Bauzeit von fünf bis sechs Jahren aus. Diese hänge auch von den Auflagen ab, die schlussendlich mit dem Projekt verbunden sind.

Flughafen muss sich Bescheid erst ansehen

Mit ebendiesen Vorgaben seitens des Bundesverwaltungsgerichts muss sich der Airport selbst erst einmal auseinandersetzen. Diese sollen nun „auf ihre sachliche und rechtliche Grundlage“  hin geprüft werden. So schreibt das BvwG zusätzliche Auflagen in den Bereichen Treibhausgasemissionen, Fluglärm oder Baustellenstaub vor. Unter anderem verlangt der dreiköpfige Richtersenat, dass gewährleistet sein muss, „dass innerhalb eines Zeitraumes von maximal fünf Jahren nach Inbetriebnahme der neuen Piste eine CO2-Neutralität des Flughafens erreicht wird“.

Im Bereich des Fluglärms wurden zudem deutlich strengere Grenzwerte für den Tag und für die Nacht vorgeschrieben. Verschiedene Vorgaben zur Messung und Berechnung des Fluglärms wurden strenger angesetzt und präzisiert. Doch auch schon vor der Inbetriebnahme sind Maßnahmen zu setzen. Diese müssen eine Reduktion der CO2-Emissionsmengen um 30.000 Tonnen zur Folge haben und über die Sparten Abfertigung, Triebwerk-Probeläufe oder etwa die stationäre Infrastruktur erreicht werden.