„Holz schafft Arbeit“. Sägewerksbesitzer Johannes Kitzler über Wertschöpfung, Nachhaltigkeit, Regionalität, Tradition und „Holz als Baustoff der Zukunft“.

Erstellt am 07. April 2021 (00:01) – Anzeige
Knapp 30.000 Festmeter Fichten- und Kiefern-Rundholz werden jährlich bei Formholz verarbeitet.
Formholz GmbH

„Holz ist ein nachwachsender Rohstoff aus der Region, der zu großen Teilen in der Region bleibt“, sagt Johannes Kitzler, Geschäftsführer der Formholz GmbH in Groß Gerungs, über den Naturstoff, der ihn tagtäglich umgibt. „Die Transportwege sind kurz, in der Region werden Arbeitsplätze geschaffen.“

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Tradition. Die Holzwirtschaft ist im Waldviertel – Nomen est Omen – sehr traditionell verankert. Früher war es üblich, dass in fast jedem Dorf ein Sägewerk zu finden war. „Übrig geblieben sind die heutigen Holzbetriebe“, schildert Kitzler. Die Formholz GmbH ist einer von rund 80 Holzbetrieben im Waldviertel. Johannes, Bruder Michael und Vater Alois führen den 1956 in Wiesensfeld gegründeten Familienbetrieb. Dort wird noch laufend in das Hobelwerk investiert.

Wertschätzung. An beiden Standorten sind insgesamt 24 Mitarbeiter beschäftigt – alle kommen aus der nahen Umgebung (weniger als 20 Kilometer). „Wir müssen den Waldviertlern und den Rückkehrern, die die Lebensqualität hier zu schätzen wissen, auch einen Arbeitsplatz bieten können. Für einen engagierten Betrieb ist auch die Kooperation mit den regionalen Vereinen essenziell“, ist Kitzler überzeugt. „Die Wertschätzung ist mehr geworden. Die Betriebe wachsen, Holz wird mehr gebraucht. Und das vor allem im Umland. Das schlägt sich auf die Mitarbeiterzahlen nieder.“

Nach der Verarbeitung im Hobelwerk bleibt das Holz auch großteils in der Region, geht an Fertighaus-Betriebe und Zimmereien.
Benjamin Wald, Formholz GmbH

Regionalität. Knapp 30.000 Festmeter an Fichten- und Kiefernholz werden pro Jahr bei Formholz verarbeitet – alles aus einem Umkreis von 80 Kilometern, betont Kitzler: „Davon werden etwa 70 Prozent in Österreich ausgeliefert, 60 Prozent bleiben in einem Umkreis von 50 Kilometern, gehen großteils an Fertighaus-Produzenten und Zimmereien.“ Letztere profitieren auch von der neuen Abbundanlage in Wiesensfeld, womit das Holz verarbeitungsfertig ausgeliefert werden kann.

Zukunft. Und das noch für lange Zeit. Ö sterreichs W älder wachsen – obwohl auch immer mehr entnommen wird. „Hier zeigt sich, dass bei guter Bewirtschaftung nachhaltig gearbeitet werden kann. Holz ist der Baustoff der Zukunft im Hinblick auf das Erreichen der Klimaziele, wie CO2-Einsparungen. Holz wird komplett verwertet, es gibt keinen Abfall. Die Vorteile erkennen Baumeister immer mehr. Der Holzanteil bei Häusern wird größer. Es geht in die richtige Richtung.“

Tanja W

KOMMENTAR

Eine starke Basis

Ob es um Möbel geht, Dachstühle, Kücheneinrichtungen, Balkone oder gleich ganze Wohnhäuser – die Einsatzmöglichkeiten von Holz sind nahezu grenzenlos. Dazu kommt die besondere Nachhaltigkeit des Rohstoffs Holz. Schließlich darf man nicht vergessen, dass im Rohstoff Holz eine ganz zentrale Antwort zur CO2-Reduktion und zum Erreichen der Klimaziele steckt.
Die rund 80 Unternehmen der Holzindustrie im Waldviertel sind dafür eine starke und wertvolle Basis. Sie bringen Beschäftigung und Wertschöpfung für die Region. Sie sorgen dafür, dass Holz auf vielfältige Weise weiterverarbeitet werden kann. Ohne unsere Holzindustrie im Waldviertel und ganz Niederösterreich wäre Vieles nicht möglich, was das Leben einfach schöner macht.

Franz Kirnbauer, Obmann Holzindustrie NÖ