Sanierungsplan angenommen, weiter mit 90 Filialen. Der Sanierungsplan der insolventen Autozubehörkette Forstinger ist am Dienstag von den Gläubigern angenommen worden.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 08. Mai 2018 (13:12)
APA/Herbert Pfarrhofer
Symbolbild

Die Gläubiger erhalten eine Sanierungsplanquote von 20 Prozent. Das teilten die Gläubigerschutzverbände KSV 1870, AKV und Creditreform sowie das Unternehmen nach der heutigen Sanierungsplantagsatzung am Landesgericht St. Pölten mit. Die Firma macht mit höchstens 90 Filialen weiter.

Von den 108 Filialen vor der Pleite wurden bisher zwölf geschlossen. Mindestens fünf weitere Niederlassungen sollen folgen. Es bleiben also rund 90. Die Schließung des B2B-Geschäftes war schon vor zwei Monaten angeordnet worden.

Rund 750 Jobs bleiben bestehen

Auch der Teilbereich Technik wurde im Rahmen der eingeleiteten Restrukturierung bereits dicht gemacht. Es bleiben rund 750 von zuvor gut 820 Arbeitsplätzen bestehen.

Im Zuge der Sanierung hat Forstinger Mietkosten gedrückt. "Auch viele Lieferanten sind bereit, Forstinger auf dem eingeschlagenen Sanierungsweg zu begleiten. Damit kann Forstinger seinen Kunden weiterhin ein umfangreiches Sortiment bieten und auch alle damit verbundenen Garantie- und Serviceleistungen wahrnehmen", teilte die Firma heute mit.

Die Gläubiger erhalten binnen 14 Tagen 6 Prozent und weitere je 7 Prozent binnen einem und zwei Jahren ab Annahme, so der AKV. Laut Creditreform wurden von rund 1.100 Gläubigern Forderungen in der Höhe von 36,5 Mio. Euro angemeldet. Berücksichtigt werden laut KSV Forderungen von 24,5 Mio. Euro. Diese Summe ist die Berechnungsgrundlage für die Sanierungsplanquote.

Schon einmal, 2001, war Forstinger insolvent gewesen. Später wechselten die Eigentümer des seit 55 Jahren bestehenden Anbieters von Autozubehör, Ersatzteilen, Reifen und Felgen mehrmals. 2009 war die seinerzeitige Forstinger-Mutter zahlungsunfähig geworden.

2016/17 setzte Forstinger als größter heimischer Einzelhändler für Automobilzubehör, Zweirad und Zweiradzubehör 111 Mio. Euro um, kaum mehr als 2015/16 (109,5 Mio. Euro).