Flughäfen streben CO2-Neutralität bis 2050 an. Sie wollten schon immer etwas Bestimmtes vom Flughafen Wien wissen? Der Flughafen beantwortet in den nächsten Wochen jede eingesendete Frage, die Antworten werden in Ihrer NÖN-Lokalzeitung und hier veröffentlicht.

Erstellt am 27. August 2019 (09:05) – Anzeige
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J. Faltl: Der Flughafen weiß, wie viel Kerosin getankt wird und hat auch in der Umweltverträglichkeitserklärung die Mengen angegeben, die mit der dritten Piste getankt werden würden, wenn diese 2025 in Betrieb geht. Das würde umgerechnet pro Jahr 7 Millionen Tonnen CO2 Äquivalente ergeben, wie ein Sachverständiger in der UVP mit Berechnungen dargelegt und das BVwG nachgerechnet und bestätigt hat.

Das widerspricht aber den EU-Vorgaben, die für 2020 vier Millionen Tonnen und für 2050 nur mehr 1,5 Millionen Tonnen vorsieht.

zVg Flughafen Wien

Kleemann: Für die Betankung der Flugzeuge beauftragen die Airlines externe Dienstleister und nicht den Flughafen Wien.

Die Zahl der 7 Millionen Tonnen widerspricht nicht der Einhaltung der EU-Richtlinien, denn diese EU-Vorgaben beziehen sich auf die CO2-Emissionen der Flugzeuge und nicht der Flughäfen. Dementsprechend sind daher auch die Fluglinien und nicht die Flughäfen verpflichtet, im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems ihren CO2-Ausstoß mit dem Kauf von Zertifikaten zu kompensieren.

Wir machen das dennoch, die Flughafen Wien AG wird künftig für alle von unseren Beschäftigten mit dem Flugzeug absolvierten Dienstreisen Emissionszertifikate kaufen.

J. Faltl: Warum führen Sie als Verbesserung spritsparende Maschinen an? Diese stoßen zwar weniger CO2 aus, bilden dafür aber vermehrt die viel klimaschädlicheren Kondensstreifen-induzierten Zirruswolken.

zVg Flughafen Wien AG
Peter Kleemann, Pressesprecher Flughafen Wien AG


Kleemann: Für die Entstehung von Kondensstreifen ist die Flughöhe relevant. Erst ab etwa 9.000 Metern Höhe ist die Luft entsprechend kühl, so dass sich Kondensstreifen bilden. Nur Mittel- oder Langstreckenflüge erreichen eine solche Höhe.

Über die Bildung und Auswirkung von Kondensstreifen gibt es eine Vielzahl an Untersuchungen, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, eine allgemein gültige Aussage ist daher aus unserer Sicht noch nicht getroffen worden.

Tatsache ist aber, dass die Luftfahrt nur 2,7 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verursacht und die einzige Wirtschaftsbranche ist, die sich auf international verbindliche Regeln zur CO2-Reduktion geeinigt hat. So sind Airlines zu Emissionszertifikaten verpflichtet, mit dem CORSIA-Programm soll die Luftfahrt ab 2020 CO2-neutral wachsen und die europäischen Flughäfen streben CO2-Neutralität bis 2050 an. Damit übernimmt die Luftfahrt bereits heute schon Verantwortung.

Sie waren schon immer neugierig, wie ein Flughafen funktioniert, oder interessieren sich für ein bestimmtes Thema? Dann fragen Sie!

Alle Fragen bitte einfach an: flughafen@noen.at

Andreas Hofer
Entgeltliche Einschaltung der

Andreas Hofer