Peter Kleemann informiert. Sie wollten schon immer etwas Bestimmtes vom Flughafen Wien wissen? Der Flughafen beantwortet in den nächsten Wochen jede eingesendete Frage, die Antworten werden in Ihrer NÖN-Lokalzeitung und hier veröffentlicht.

Erstellt am 06. August 2019 (12:14) – Anzeige
zVg Flughafen Wien

Horst Haslinger: Wie definieren Sie CO2-neutral – wird die Piste 3 durch den erhöhten Flugverkehr nicht noch mehr CO2 produzieren?

zVg Flughafen Wien

Peter Kleemann: Der weltweite Flugverkehr wird mit oder ohne 3. Piste in Wien steigen. Der Flughafen Wien verfolgt aber das klare Ziel, bis 2030 CO2-neutral zu sein. Das bedeutet, den CO2-Ausstoß so weit wie möglich zu verringern und den übrigen Teil durch Zertifikatskäufe zu kompensieren. Seit 2011 konnten der CO2-Ausstoß am Flughafen Wien um rund 70 % pro Verkehrseinheit und der Energieverbrauch um 40 % gesenkt werden. Wir setzen dafür viele Maßnahmen, wie die Umstellung der Vorfeldfahrzeuge auf E-Mobilität, die Errichtung von Photovoltaikanlagen, die Einrichtung von energiesparenden LED-Beleuchtungssystemen und vieles mehr. So geht im August dieses Jahres die vierte  Photovoltaikanlage mit 8.000 m2 bebauter Fläche in Betrieb. Dadurch vergrößert sich die Gesamtfläche der PV-Anlagen am Flughafen-Areal auf 23.700 m2.

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Pro Jahr werden rund 1,8 Mio. Kilowattstunden produziert. Damit könnte der Jahresstrombedarf von etwa 600 Haushalten gedeckt werden. Aktuell betreibt der Airport rund 380 E-Fahrzeuge, durch den weiteren Austausch kann der Dieselverbrauch um mindestens 1 Mio. Liter pro Jahr verringert werden. Seit kurzem gibt es die weltweit erste E-Ladestation mit der „Chakratec Schwungmassenspeicher-Technologie“ am Kurzparkplatz K3. Und der neue Office Park erhielt schon vor seiner Inbetriebnahme im Mai 2020 das ÖGNI-Vorzertifikat in Platin für die umfangreiche Integration von Nachhaltigkeit und Energieeffizienz. Gleichzeitig kompensieren wir dienstliche Flüge durch den Kauf von CO2-Zertifikaten. Eine Möglichkeit, die allen offen steht, leider aber nur von weniger als 1 % der Passagiere genutzt wird.

Dieter Venc: Ich bin Anrainer in Schwechat und habe seit einiger Zeit den Eindruck, dass der Lärm schlimmer wird. Die Flugrouten wurden eingehalten, teilte man mir von Austro Control mit. Ist vielleicht die Anflughöhe geringer geworden?

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Peter Kleemann: Bei Landeanflügen zur Piste 11 im Bereich Schwechat hat sich in den letzten Jahren nichts geändert, das zeigen auch die durchschnittlichen Maximalpegel der seit Jahren in Schwechat fix installierten Fluglärmmessstelle (einsehbar auf www.flugspuren.at). Allerdings haben speziell 2018 die Landungen auf Piste 11 aufgrund der hauptsächlich vorherrschenden Windrichtungen zugenommen. Im Mediationsverfahren wurde vereinbart, nach 21 Uhr und vor 7 Uhr keine Landeanflüge in diese Pistenrichtung durchzuführen.

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Peter Kleemann, Pressesprecher Flughafen Wien AG

Ausgenommen davon sind Ambulanzflüge bzw. Landeanflüge zu Zeiten, in denen die zweite Piste nicht verfügbar ist. Insgesamt weist diese Anflugrichtung den geringsten Zielwert aller Anflugrichtungen auf, was auch in Zukunft angestrebt wird. Auch werden sämtliche An- und Abflüge vom Flughafen Wien auf ihre Vertragskonformität überprüft und etwaige Abweichungen an Austro Control zur Evaluierung weitergeleitet. Das Dialogforum veröffentlicht alle Daten regelmäßig in seinem Evaluierungsbericht, der online abrufbar ist.

Alle Fragen bitte einfach an: flughafen@noen.at

Andreas Hofer
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Andreas Hofer