Wussten Sie, dass .... Sie wollten schon immer etwas Bestimmtes vom Flughafen Wien wissen? Der Flughafen beantwortet in den nächsten Wochen jede eingesendete Frage, die Antworten werden jede Woche in ihrer NÖN veröffentlicht.

Erstellt am 20. November 2019 (00:01) – Anzeige
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In Diskussionen wird immer wieder auf das Thema Feinstaub in der Flughafenregion hingewiesen, wie ist die Entwicklung tatsächlich?

Peter Kleemann, Pressesprecher Flughafen Wien AG
zVg Flughafen Wien AG

Kleemann: Der Hauptverursacher von Feinstaub ist nachweislich der Hausbrand und erst dann gefolgt von Industrie, Verkehr und Landwirtschaft. Die Feinstaubwerte am Flughafengelände sind zum Beispiel ähnlich jenen der Stadt Krems, der Einfluss des Luftverkehrs auf die Feinstaubbelastung ist also gering.

Die primären, also direkt von den Triebwerken ausgestoßenen, festen Partikel haben nur in unmittelbarer Umgebung des Triebwerks eine nachweisbare Auswirkung. Die Ergebnisse der neu installierten Feinstaub-Messgeräte im unmittelbaren Pistenbereich des Flughafens haben ebenfalls gezeigt, dass das Geschehen am Flughafen kaum zur Feinstaubbelastung in der Region beiträgt. Die Messergebnisse werden vom Amt der NÖ-Landesregierung ausgewertet und über das NÖ-Luftgütemessnetz „NUMBIS“ veröffentlicht. Die Technische Universität Wien hat in einer Studie nachgewiesen, dass in Niederösterreich der Anteil des Feinstaub-Importes aus den östlichen Nachbarländern etwa 50 Prozent beträgt.

Aufgrund dieser Erkenntnisse konnte die Flughafen-Region auch aus dem durch Verordnung festgelegten Status des „Feinstaubsanierungsgebietes“ entlassen werden.

Die Low Cost-Carrier am Flughafen Wien wachsen stark und setzen die größte Fluglinie, Austrian Airlines, unter Druck. Ist das wirklich im Interesse des Flughafen Wien?
Kleemann: Der Wegfall der Air- Berlin-Gruppe im Jahr 2017 hat eine Lücke am Flughafen Wien hinterlassen, die von anderen Low Cost-Carriern schnell geschlossen wurde. Damals lag der Anteil der Low Cost-Airlines bei etwa 16 Prozent. An den meisten anderen europäischen Flughäfen ist dieser Anteil mit 30 Prozent bis 40 Prozent deutlich höher.

Das starke Wachstum der Low Cost-Airlines in Wien ist also vor allem ein Nachholeffekt, der aus dem Wegfall von Air Berlin und NIKI entstanden ist. Heute werden etwa 30 Prozent der Passagiere am Flughafen Wien von Low Cost-Carriern bedient, womit wir etwa im europäischen Durchschnitt liegen. Dem Flughafen Wien ist aber ein fairer Wettbewerb wichtig. Wir brauchen einen starken Home Carrier und sind sehr optimistisch, dass Austrian Airlines die anstehenden Herausforderungen meistern und ihren Wachstumskurs fortsetzen wird. Der Low Cost-Sektor ist vor allem für den Tourismus wichtig.

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Andreas Hofer

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Andreas Hofer