Franz-Josefs-Bahn hat Chance auf Ausbau. Seit über zwei Jahren setzt sich Initiative für die Strecke ein. Bis Jahresende prüft Land gemeinsam mit ÖBB die Möglichkeiten.

Von Gerti Süss. Erstellt am 18. Mai 2015 (10:48)
NOEN, ÖBB
Der Railjet, der Hochgeschwindigkeitszug der ÖBB, könnte Wien und Prag in gut zwei Stunden miteinander verbinden. Voraussetzung ist jedoch ein zweigleisiger Ausbau der Franz-Josefs-Bahn.
„Die Franz-Josefs-Bahn braucht heute zum Teil länger als 1914, zu Kaisers Zeiten“, sagt Gerald Hohenbichler aus Gmünd, pensionierter ÖBB-Mitarbeiter und Mitbegründer der Initiative „Pro FJB“. Seit über zwei Jahren setzt sich diese überparteiliche Plattform für einen Ausbau der Franz-Josefs-Bahn (FJB) ein.

Derzeit brauchen fast alle Züge ab Gmünd 2:09 Stunden bis zu 2:23 Stunden nach Wien. Geht es nach „Pro FJB“ könnte die Distanz auch in circa einer Stunde bewältigt werden. Die Initiative, hinter der über 1.200 Unterstützer stehen, fordert dafür einen zweigleisigen Ausbau, zum Teil auf der Bestandsstrecke, zum Teil als Neubau.

Neue Trasse zwischen Göpfritz und Eggenburg

So soll zwischen Göpfritz und Eggenburg eine neue Trasse errichtet werden, um auch Horn anzubinden. Zusätzlich soll Absdorf als Umstiegsknoten Richtung St. Pölten und Krems dienen. Ein Ausbau würde auch eine bessere internationale Anbindung bringen. „Die FJB ist die direkteste Strecke nach Prag, wurde aber bei Investitionen massiv vernachlässigt“, sagt der ehemalige ÖBB-Mitarbeiter. Bei einem Ausbau und mit Railjet-Zügen würde sich eine Fahrtzeit von zweieinhalb Stunden zwischen Wien und Prag ausgehen.

Konzepte für einen derartigen Ausbau gab es schon im Jahr 1991. Laut Hohenbichler wurde aus Kostengründen sowie wegen der internationalen Verkehrsplanung jedoch der Ausbau der Nordbahn bevorzugt. Die Fahrt nach Prag dauert dort aber mehr als vier Stunden, der erste Halt nach Wien ist erst im tschechischen Breclav.

Mittlerweile spricht sich auch das Land NÖ für einen Ausbau der FJB aus. Die Abteilung für Gesamtverkehrsangelegenheit prüft mit der ÖBB derzeit eine mögliche Neutrassierung.

Gespräche mit Böhmen und Wien am Laufen

Als Basis dazu dient das Konzept aus dem Jahr 1991. Zusätzlich laufen Gespräche mit dem Kreishauptmann von Südböhmen sowie mit der Stadt Wien. „Ende des Jahres werden wir die Ergebnisse präsentieren“, kündigt Friedrich Zibuschka, Leiter der Gesamtverkehrsplanung in NÖ, an. Wie der Ausbau tatsächlichen aussehen werde, hänge von der Machbarkeit entlang der Strecke und den Kosten ab.

„Mehr als eine halbe Stunde Zeiteinsparung wird zwischen Gmünd und Wien jedoch nicht möglich sein“, so Zibuschka.