Aus für Kohle-Strom aus Dürnrohr. Die 170.000 Haushalte in und um St. Pölten werden ab Herbst nicht mehr mit Strom und Fernwärme aus fossilen Brennstoffen versorgt.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 28. Mai 2019 (12:56)
EVN
EVN-Kraftwerk Dürnrohr

Früher als geplant steigt die EVN mit dem Kraftwerk Dürnrohr aus Kohle aus. Die am Standort vorhandene Steinkohle reicht noch für etwa 30 Betriebstage, danach wird das Lager nicht mehr befüllt. In Spitzenzeiten waren im 1986 errichteten Kraftwerk die Steinkohle-Vorräte für ein ganzes Jahr gelagert.

Ursprünglich war das Kohlekraftwerk auf eine Nutzung bis 2040 ausgelegt. Nach dem Pariser Klimagipfel erklärte sich die EVN freiwillig zur Stilllegung bereits im Jahr 2025 bereit. Seither wurde das Kohlekraftwerk nur mehr zu Abdeckung von Versorgungslücken genutzt und war dafür etwa 1.000 bis 2.000 Stunden pro Jahr in Betrieb.

EVN
EVN-Kraftwerk Dürnrohr

„Niederösterreich ist schon jetzt Vorreiter bei der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien. Und auch beim Kohleausstieg wird Niederösterreich mit gutem Beispiel vorangehen“, freut sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Deshalb werde nun in Dürnrohr das letzte Kohlekraftwerk Niederösterreichs geschlossen. Mikl-Leitner weiter: „Jetzt geht es darum, den Kohleausstieg mit vereinten Kräften in ganz Europa voranzutreiben.“

Der frühzeitige Ausstieg aus der Kohleverstromung ist ein Beitrag zum Klimaschutz in Österreich, bringt aber gleichzeitig große Herausforderungen für die Versorgungssicherheit, betont EVN-Sprecher Stefan Zach. Nicht zuletzt, weil etwa 170.000 Haushalte in und um die Landeshauptstadt St. Pölten von hier aus mit Strom und Fernwärme versorgt werden. Die Energie wird großteils bereits jetzt durch die Verbrennung von Haus- und Gewerbemüll gewonnen. Etwa 500.000 Tonnen werden hier pro Jahr verfeuert.

EVN
EVN-Kraftwerk Dürnrohr

Um den Ausstieg aus Kohle kompensieren zu können, investiert die EVN in den nächsten Monaten am Standort in Dürnrohr etwa 20 Millionen Euro. Damit soll die Grundlage dafür geschaffen werden, dass hier auch Klärschlamm aus Niederösterreich verwertet werden kann. Zusätzlich errichtet die EVN eine Photovoltaik-Anlage am Standort.