Pulker: „Rauchverbots-Gesetz soll repariert werden“. Seit 1. November gilt Rauch verbot. Wirtesprecher fordert weiter eigene Raucherräume.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 04. November 2019 (14:11)
Steppenseestudio
NÖ Wirtesprecher Mario Pulker.

„Ganz grundsätzlich“, sagt NÖ Wirtesprecher Mario Pulker, „sind wir für Nichtraucherschutz. Er soll aber nicht allein auf dem Rücken der Gastronomie ausgetragen werden.“ Mit 1. November ist das generelle Rauchverbot in der Gastronomie in Kraft getreten. Das wenig überraschend bei den Gastronomen nicht gut ankommt. Pulker sieht im Gesetz Mängel, die aus seiner Sicht noch repariert werden sollten. Er fordert etwa weiter Raucherräume ohne Service, und dass der Lärm vor Lokalen diesen nicht zugerechnet wird.

Wie viele heimische Gastronomiebetriebe wegen des Rauchverbots zusperren könnten, das konnte Pulker nicht genau abstecken. In anderen EU-Staaten sei die Anzahl der Gastronomiebetriebe um drei bis sieben Prozent zurückgegangen. In Österreich könnte diese Zahl höher ausfallen, so der Wirtesprecher, weil in anderen Staaten oft Ausnahmen zulässig seien.

„Es handelt sich um eine demokratische Entscheidung, auch wenn einem die nicht gefällt.“ NÖ Wirtesprecher Mario Pulker

Das Rauchverbot zu ignorieren, wie es ein österreichischer Gastronom medial angekündigt hat, davon rät Pulker aber dringend ab. „Es handelt sich um eine demokratische Entscheidung, auch wenn einem die nicht gefällt.“

Der Weg zum generellen Rauchverbot jedenfalls, der war ein langer. Seit mehr als 25 Jahren begleitet Politik und Gesellschaft dieses Thema. Zuerst war da die Idee einer freiwilligen Einrichtung von Raucherräumen – die nicht funktionierte. 2007 kam der Einfall zu einer gesetzlichen Regelung für die räumliche Trennung von Raucher- und Nichtraucherzonen ins Spiel. Ab Sommer 2010 schließlich durfte nur mehr in abgetrennten Raucherräumen oder in Lokalen unter 50 Quadratmetern geraucht werden.

2015 wurde der Vorschlag eines generellen Rauchverbots eingebracht, das am 1. Mai 2018 in Kraft treten sollte. Das wurde von der ÖVP/FPÖ-Regierung jedoch verhindert. Nach der Ibiza-Affäre 2019 stellten SPÖ, NEOS und JETZT einen entsprechenden Antrag, dem die ÖVP schließlich zustimmte.

Wie das Rauchverbot in der Gastronomie angekommen ist und an den ersten Tagen umgesetzt/aufgenommen wurde, lest ihr am Dienstag und Mittwoch auf euren lokalen noen.at-Seiten von noen.at/amstetten bis noen.at/zwettl !

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