Gefahr von Wildunfällen im Herbst. Im Herbst ist die Gefahr von Wildunfällen besonders groß. Darauf machte der ÖAMTC am Montag in einer Aussendung aufmerksam.

Erstellt am 04. Oktober 2010 (12:04)
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Symbolbild

Im vergangenen Jahr wurden bei 114 derartigen Kollisionen 131 Menschen verletzt. 2008 gab sogar 148 Wildunfälle. Die meisten ereigneten sich 2009 in Oberösterreich (39), gefolgt von Niederösterreich (27), der Steiermark (24), Kärnten (8), Salzburg (6), dem Burgenland und Tirol (jeweils 4) sowie Vorarlberg (2).

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) darf ein Fahrzeuglenker nicht plötzlich und für den Nachfolgeverkehr überraschend bremsen. "Wer also wegen eines Tieres bremst, riskiert bei einem Auffahrunfall unter Umständen ein Mitverschulden", erklärte ÖAMTC-Chefjurist Andreas Achrainer. "Die Judikatur hat sich allerdings dahingehend entwickelt, dass bei einem Zusammenstoß mit einem Wildschwein, Reh oder Hirsch die Gefahr einer Verletzung des Lenkers als so groß gilt, dass nach einem Unfall aufgrund einer Vollbremsung dem Vordermann kein Mitverschulden angelastet wird."

Passiert ein Unfall, sollte folgendes Prozedere eingehalten werden: - Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anlegen, Unfallstelle mit einem Pannendreieck absichern. - örtliche Jägerschaft und Polizei verständigen. - Behindert das Wild den übrigen Verkehr, muss es von der Fahrbahn entfernt werden. Es ist jedoch verboten, das Wild mitzunehmen. - Für die Kasko-Versicherung wird eine polizeiliche Meldebestätigung des Unfalls benötigt.

Am größten ist die Wildunfall-Gefahr in den Morgen- und Abendstunden. Gerade wenn es dämmert, sollte man im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern sehr aufmerksam und vorausschauend fahren, empfiehlt der ÖAMTC. Außerdem ist es ratsam, den Abstand zum Vorderfahrzeug möglichst groß zu halten. Sobald man von weitem ein Tier sieht, muss man die Geschwindigkeit reduzieren, das Fernlicht ausschalten und hupen. Läuft das Tier davon, sollte man dennoch vorsichtig die Stelle passieren, da Wildtiere meist in Gruppen flüchten. Ist ein Zusammenstoß unvermeidlich, sollte der Lenker stark bremsen und dabei das Lenkrad gut festhalten. Denn riskante Ausweichmanöver sind für andere Verkehrsteilnehmer gefährlich.