Geldsorgen der Frauen. Frauenbarometer / Frauen fühlen sich stärker belastet als Männer, vor allem finanziell. Heinisch-Hosek fordert Anhebung des Mindestlohns und Erleichterungen bei Wohnkosten.

Erstellt am 01. April 2013 (17:25)
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Von Katharina Sunk

Fast jede zweite Frau hat Geldsorgen. Das geht aus dem aktuellen Frauenbarometer, einer vierteljährlichen Umfrage des Frauenministeriums, hervor. 44 Prozent der befragten Frauen gaben an, dass sie Schwierigkeiten haben, mit ihrem Einkommen auszukommen. Bei den Männern sind es nur 32 Prozent.

Für SPÖ-Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek eine „alarmierende Zahl“. Sie forderte deswegen einmal mehr eine Anhebung des Mindestlohns. „1.500 Euro brutto als Einkommensuntergrenze für alle ist schon lange ein Anliegen der Gewerkschaft, das jetzt endlich Wirklichkeit werden muss. Damit Menschen nicht in die Armutsfalle geraten, brauchen wir außerdem mehr Vollzeit- statt Teilzeitarbeitsplätze“, so die Niederösterreicherin.

Für einen Mindestlohn von 1.500 Euro würden auch die Umfrageergebnisse sprechen. „Sieben von zehn Befragten halten die Anhebung des Mindestlohns auf 1.500 Euro als ein Gebot der Gerechtigkeit“, so Studienautorin Christina Matzka.

Wohnen belastet 

 

Handlungsbedarf besteht für die Ministerin auch beim Wohnen, denn die Ausgaben für Wohnen, Lebensmittel und Energie belasten die Österreicher am meisten. Niedrigere Wohnkosten sind für 84 Prozent der Befragten der wichtigste Faktor, um zur persönlichen Entlastung beizutragen, und rangiert damit noch deutlich vor dem Faktor „Weniger Druck am Arbeitsplatz“.

Dementsprechend plädiert die Ministerin dafür, die Zweckbindung der Wohnbauförderung noch vor dem Sommer im Parlament zu beschließen. Ein schwieriges Unterfangen, denn die ÖVP will diese Zweckbinung mit den Verhandlungen für einen neuen Finanzausgleich verknüpfen. Außerdem schlägt Heinisch-Hosek vor, 30 Prozent der Wohnbauförderung für Startwohnungen zu reservieren und befristete Wohnungen schneller in unbefristete umzuwandeln. Für Maklerprovisionen sollten ihrer Meinung nach künftig nicht mehr die Mieter, sondern die Vermieter aufkommen.

Ein weiteres Ergebnis des Frauenbarometers: 60 Prozent gaben auch an, dass für sie am Arbeitsplatz zu wenig getan wird, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.