Gleiskartell: voestalpine droht Millionenstrafe. Der börsennotierte Stahlkonzern voestalpine muss laut einem Bericht der deutschen Zeitung "Handelsblatt" um seine Befreiung von einer millionenschweren Strafe wegen Absprachen auf dem deutschen Eisenbahnmarkt bangen.

Erstellt am 10. Juli 2011 (17:54)

Der börsennotierte Stahlkonzern voestalpine muss laut einem Bericht der deutschen Zeitung "Handelsblatt" um seine Befreiung von einer millionenschweren Strafe wegen Absprachen auf dem deutschen Eisenbahnmarkt bangen. Anders als bisher dargestellt, seien die Ermittlungen gegen das Schienenkartell, an dem die voestalpine beteiligt gewesen sei, nicht von der österreichischen Firma ausgelöst worden.

Schon vorher habe es eine anonyme Anzeige eines Ex-Mitarbeiters gegeben, wie das "Handelsblatt" aus informierten Kreisen erfuhr. Hinzu kommt, dass es laut Kartellteilnehmern nicht nur bei Schienen Preisabsprachen gegeben haben soll, sondern auch bei Weichen. Erhärtet sich dieser Verdacht, dann hätte voestalpine die Behörden nicht vollumfänglich über den Umfang des Eisenbahnkartells ("Schienenfreunde") informiert, so der Vorausbericht.

Die voestalpine hatte Anfang Juli erklärt, dass die Ermittlungen der Behörden durch Hinweise des Konzerns in Gang gebracht worden waren. Als Kronzeuge des deutschen Bundeskartellamts hoffte das Industrieunternehmen auf eine Befreiung von dem drohenden Strafgeld, das sich bei einer Verurteilung auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren könnte.

Die voestalpine hatte zusammen mit Thyssen-Krupp und anderen Firmen seit mindestens 1998 Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen. Geschädigt wurde vor allem die Deutsche Bahn (DB), die mehr 80 Prozent des deutschen Schienenbedarfs abdeckt. Die voestalpine ist Weltmarktführer in dem Geschäft - gerade bei Weichen für Hochgeschwindigkeitsstrecken.