Griechen schließen drittes Rettungspaket nicht aus. Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos schließt nicht aus, dass sein Land ein drittes Rettungsprogramm seiner Euro-Partner benötigen könnte. Zwar werde die Regierung in Athen alles daran setzen, um nicht auf weitere Hilfen angewiesen zu sein, sagte Papademos der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore".

Erstellt am 30. März 2012 (15:56)

Der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos schließt nicht aus, dass sein Land ein drittes Rettungsprogramm seiner Euro-Partner benötigen könnte. Zwar werde die Regierung in Athen alles daran setzen, um nicht auf weitere Hilfen angewiesen zu sein, sagte Papademos der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore".

Sein Land werde alles tun, um ein drittes Rettungspaket zu vermeiden, betonte der Ministerpräsident. Doch könne nicht ausgeschlossen werden, dass selbst bei Umsetzung aller vereinbarten Spar- und Reformmaßnahmen Griechenland weiterhin an den Finanzmärkten keine neuen Kredite aufnehmen könne. Erst diesen Monat hatten die Länder der Eurozone einem zweiten Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro zugestimmt, das bis 2015 ausgezahlt werden soll.

Vor dem Parlament in Athen kündigte Papademos eine Kürzung der Staatsausgaben in den Jahren 2013 und 2014 um zwölf Mrd. Euro an. Es müsse alles getan werden, um "verschwenderische Ausgaben" zu reduzieren, sagte der Regierungschef. Im Gegenzug für das erste Rettungspaket vom Mai 2010 in Höhe von 110 Mrd. Euro hat Athen bereits erheblich Kürzungen zugesagt. Die Regierung will das Haushaltsdefizit von 15 Prozent des BIP im Jahr 2009 bis 2014 auf drei Prozent reduzieren.

Papademos wandte sich in dem Interview am Freitag auch gegen Kritiker der Regierung. "Ich bin erstaunt, dass einige Kommentatoren und Analysten offenbar gewisse Fakten ignorieren, wenn sie die Situation in Griechenland bewerten", sagte Papademos. Anhaltende Skepsis an der Reformfähigkeit des Landes und die übertriebene Betonung der Risiken seien nicht hilfreich. Die Fortschritte des Landes würden nicht ausreichend gewürdigt, kritisierte Papademos, gestand aber auch ein, dass nicht alle Reformen zu schnell wie erwünscht umgesetzt würden.