Griechische Regierung sprach erstmals mit Troika. Vor dem Hintergrund schlechter Wirtschaftsprognosen hat die neue griechische Regierung am Donnerstag erstmals mit den internationalen Gläubigern über das Sparprogramm beraten. Zu Beginn des Treffens mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds sagte Finanzminister Stournaras, das Programm sei "teilweise entgleist". Sein Land stehe vor "schwierigen Jahren".

Erstellt am 05. Juli 2012 (22:27)

Der konservative Ministerpräsident Samaras kündigte vor dem Treffen die Umsetzung der bisher verzögerten Maßnahmen an. Seine Regierung sei "entschlossen, die Reform des Steuerwesens effizienter voranzubringen und die Strukturreformen zu beschleunigen", sagte er.

Wie aus dem griechischen Finanzministerium verlautete, handelte es sich bei dem Treffen am Donnerstag um Sondierungsgespräche, die "Verhandlung findet später statt". Die Regierung wollte auf die schlechte Wirtschaftslage Griechenlands verweisen und darauf dringen, dass Lohn- und Rentenkürzungen geringer ausfallen als geplant.

Nach den bisher geltenden Vereinbarungen soll die griechische Regierung weitere Haushaltskürzungen von 11,5 Mrd. Euro beschließen und innerhalb dieses Jahres 15.000 Stellen von Staatsbediensteten streichen. IWF-Chefin Christine Lagarde hatte Neuverhandlungen schon am Dienstag abgelehnt.

Die griechische Wirtschaft befindet sich das fünfte Jahr in Folge in der Rezession. Die Regierung befürchtet, dass die Wirtschaft 2012 um sechs bis sieben Prozent anstatt der zuvor erwarteten 4,5 Prozent schrumpfen könnte. Zudem dürften die Privatisierungen geringere Erlöse bringen als erhofft.

Die Griechen sind bis zum 20. August laut einem Bericht der Tageszeitung "Ethnos" auf die Auszahlung einer weiteren Tranche in Höhe von 31,5 Mrd. Euro aus dem internationalen Hilfspaket angewiesen.