Großes Hoffen auf Kälte und Schnee. Tourismus | Während manche Skigebiete noch Schnee haben, mussten andere zusperren. Für 2013 wird in NÖ ein Nächtigungsminus erwartet.

Von Heinz Bidner. Erstellt am 14. Januar 2014 (07:00)
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Das Hochwasser im Sommer (im Bild Melk) sorgte in NÖ für massive Nächtigungsrückgänge beim Donautourismus. APA/Schlager
Von Heinz Bidner

„Mit der aktuellen Schneelage sind wir – so wie auch viele andere Bundesländer – nicht wunschlos glücklich“, sagt Christoph Madl, Chef der NÖ Werbung. Aber: „Wir blicken zuversichtlich in die Saison 2013/14 und hoffen auf Schneefall beziehungsweise tiefere Temperaturen in den nächsten Wochen.“ Wenigstens zwei Grad minus und die passende Luftfeuchtigkeit sind zum Beschneien nötig.

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In der vergangenen Wintersaison verbuchten allein die acht größten Skigebiete Niederösterreichs rund 750.000 Tageseintritte. Bis auf den Semmering ist das Land via Bergbahnen-Beteiligungsgesellschaft NÖBBG bzw. der Bahnengesellschaft NÖVOG an den übrigen sieben großen Liftbetreibern in Lackenhof/Ötscher, Hochkar, Annaberg, Mönichkirchen, St. Corona bzw. Mitterbach und Puchberg/ Schneeberg beteiligt.

Früher Saisonbeginn, viele Stornierungen zu Weihnachten

„Wir haben bislang erst 40 von etwa 105 Betriebstagen hinter uns“, resümiert NÖBBG-Chef Markus Redl zu seinen Beteiligungen. Hochkar und Lackenhof liefen bislang sogar besser als im langjährigen Schnitt, der Rest schlechter: „Alles zusammengerechnet ist es ziemlich ausgeglichen.“

Angefangen habe die heurige Skisaison relativ früh. Ende November, Anfang Dezember konnte man gut beschneien. Rund um Weihnachten kamen Föhntage und Regen, weiß Redl.

In Mitterbach führte das in den Weihnachtsferien beispielsweise zu 50 Prozent Stornierungen in der Hotellerie, wie ein NÖN-Rundruf ergab. Der eingeschränkte Betrieb ließ auch in Annaberg die Ersteintritte in den Ferien um 45 Prozent sinken. Der Semmering verbucht bei den Nächtigungen bislang den „wahrscheinlich schlechtesten Winter seit 1996“, meint etwa Viktor Babushchak, Chef der Panhans-Hotelgruppe.

Liftkarten zum halben Preis angeboten

Laut NÖBBG verrechnen Annaberg und Mönichkirchen bei Tageskarten für Erwachsene derzeit nur 16 statt 31 Euro. Vergangenen Freitag waren etwa Mitterbach, Puchberg und Mönichkirchen noch ganz geschlossen, in den übrigen Skigebieten gab es teils gesperrte Lifte und Pisten.

Das für 11. und 12. Jänner geplante Familienpass-Skiwochenende am Annaberg wurde wegen zu geringer Schneelage auf den 1. und 2. März verschoben. Eltern und Kinder erhalten dann bis zu 50 Prozent Ermäßigung auf den Tagestarif.

Trotz seiner Bedeutung muss man den Skitourismus aber relativieren. Laut NÖ Werbung entfällt in der Wintersaison nur etwa jede zehnte von rund 2,4 Millionen Nächtigungen auf Wintersportgäste.

Nächtigungsminus von 3 Prozent 2013 

Für das Gesamtjahr 2013 rechnet NÖ-Werber Christoph Madl mit einem Nächtigungsminus von knapp drei Prozent. Laut Statistik Austria, die vergangene Woche die hochgerechneten Zahlen für Jänner bis November bekannt gab, fuhr NÖ gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Minus von drei Prozent auf knapp 6,15 Millionen Nächtigungen ein. Bundesweit gab es ein Plus von 0,9 Prozent auf 121,89 Millionen.

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Als Hauptgrund für den Rückgang in NÖ sieht Madl das Hochwasser und seine Nachwirkungen von Juni bis Oktober: „Es waren spürbar weniger Radfahrer entlang der Donau unterwegs.“ Und das, obwohl der Donauradweg bereits nach einer Woche passierbar gewesen sei.

Auch verschärfte Konkurrenz mit Wien als Mitgrund

Dazu komme, dass viele Nachbarländer wie Deutschland, Slowakei, Ungarn oder Tschechien, die von der NÖ-Werbung aktiv bearbeitet werden, selbst massiv vom Hochwasser betroffen waren. Etwas mehr als die Hälfte des vorjährigen Nächtigungsrückgangs führt Madl so auf das Hochwasser zurück. Heuer will man daher in einer Deutschland-Kampagne verstärkt Radfahrgäste ansprechen.

Als weiteren Grund für das Minus bei den Nächtigungszahlen sieht Madl die verschärfte Konkurrenz mit Wien. Dort sei die Beherbergungskapazität mit preisgünstigen Angeboten zuletzt stark gestiegen.

Verhalten habe sich zudem das Seminargeschäft aufgrund der wirtschaftlichen Situation entwickelt. Nicht zuletzt habe es vereinzelt Meldefehler zu den Nächtigungen gegeben, welche die Statistik verfälschen würden.