Grüne wollen Automaten loswerden. Badens Vizebürgermeisterin, Landtagsabgeordnete und Landessprecherin Helga Krismer von den Grünen und Novomatic, der weltweit tätige Glücksspielkonzern mit Sitz in Gumpoldskirchen (Bezirk Mödling), sind zwar örtlich gesehen – fast - Nachbarn, an den guten Beziehungen hapert es aber gewaltig.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 25. April 2019 (10:33)
Günter Hofstädter
Helga Krismer von den Grünen fordert das Verbot von Spielautomaten nach Wiener Vorbild; ebenso wie "jede Werbung von Wetten und Glückspielen bei Sportveranstaltungen".

„Die Grünen-Multifunktionärin versucht einmal mehr, mit substanzlosen Attacken und völlig falschen Zahlen im Hinblick auf das legale und streng regulierte Glücksspielangebot Aufmerksamkeit zu erregen“, ärgert sich Monika Racek, Vorstandsvorsitzende der Admiral Casinos & Entertainment AG, im NÖN-Gespräch.
Krismer ritt in ihrer Funktion als Landessprecherin der Grünen im Rahmen einer Aussendung einmal mehr heftige Attacken gegen das Glücksspiel: Ein Milliardenbetrag wurde und werde den Niederösterreichern „aus der Tasche gezogen.“ Zudem sei das Suchtpotenzial von Glücksspielautomaten „enorm“. Sie fordert daher auch in Niederösterreich ein Verbot der Glücksspielautomaten nach Wiener Vorbild.


Konzern für Spielerschutz ausgezeichnet

„Der Glaube, dass sich durch Verbote alles regeln lässt, wurde bereits vielfach widerlegt“, kontert Racek. „Es geht letztendlich darum, durch richtigen Spieler- und Jugendschutz geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Das ist zweifelsfrei in Niederösterreich mit einem strengen Gesetz gelungen.“
Und die Vorstandsvorsitzende lässt nicht unerwähnt, dass das Unternehmen bereits international für den Einsatz für Spielerschutzmaßnahmen ausgezeichnet wurde. „Unsere geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verantwortungsbewusste Menschen mit hoher sozialer und fachlicher Kompetenz. Wir können nicht zulassen, dass sie systematisch diskreditiert werden.“ Deshalb werde auch geklagt, denn „das sind wir unseren über 3.000 Mitarbeitern und deren Familien in Österreich schuldig“.

9.000 illegale Automaten beschlagnahmt

Besonders unverständlich ist für Racek, dass sich Krismer nicht der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels annehme, sondern „immer nur regelmäßig Kritik am streng regulierten und legalen Glücksspiel artikuliert“. Damit spiele sie den illegalen Betreibern in die Hände, die sich laut Racek ein Glücksspielverbot wünschen, um anschließend ungehindert den Markt bedienen zu können.
Österreichweit wurden laut Finanzministerium allein im Zeitraum zwischen 2014 und 2018 über 9.000 illegale Glücksspielgeräte beschlagnahmt. Besonders in Niederösterreich zeige sich die positive Auswirkung des legalen Angebots, streicht Racek hervor. „Wenige Jahre nach dem Start der streng regulierten Landesausspielungen mit umfassenden Zutrittskontrollen und einer direkten Anbindung jedes legalen Geräts an das Bundesrechenzentrum konnte der Bestand an illegalen Geräten rasch und nachhaltig reduziert werden.“
Das alles zeige, dass „wir nur dann gegen illegales Glücksspiel vorgehen können, wenn es die rechtlichen Rahmenbedingungen so wie in Niederösterreich, ermöglichen“. Ganz im Gegensatz zum illegalen Glücksspiel, wo „tatsächlich Unsummen verdient werden, ohne Spieler- und Jugendschutz, ohne nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen und ohne Steuern abzuführen. Ich halte es für sehr bedenklich, wenn das alles für eine politische Profilierungskampagne geopfert wird“, ergänzt Racek.