Grünes Licht für dritte Flughafen-Piste. Die börsennotierte Flughafen Wien AG hat am Dienstag in erster Instanz grünes Licht für den Bau der dritten Start- und Landebahn erhalten. Die zuständige Behörde, das Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, hat das UVP-Verfahren abgeschlossen. Am Freitag wird der positive Bescheid per Edikt zugestellt. Danach bleibt den Flughafengegnern bis 24. August Zeit dagegen zu berufen.

Erstellt am 10. Juli 2012 (15:52)

Der Flughafen Wien begrüßte die Entscheidung, will aber frühestens im Spätherbst eine Kostenschätzung abgeben. Bei einem Einspruch gegen den jetzigen Bescheid - wovon auszugehen ist - ist in zweiter Instanz der Umweltsenat zuständig. Einen endgültigen Bescheid werde es erfahrungsgemäß Ende 2015 geben, sagte Friedrich Zibuschka von der niederösterreichischen Landesregierung. Mit dem Bau würde dann frühestens 2016 begonnen werden.

Der Flughafen Wien will "frühestens im Spätherbst eine Kostenschätzung abgeben", sagte Pressesprecher Peter Kleemann am Dienstag zur APA. "Wir erwarten den Genehmigungsbescheid bis Ende dieser Woche, erst dann kennen wir die Auflagen." Die Baukosten hängen stark von den Auflagen aus dem UVP-Bescheid ab. Zibuschka nannte erste Auflagen: So müsse südlich der neuen Piste ein kilometerlanger und rund fünf Meter hoher Lärmschutzdamm erreichtet werden. Der Fluglärm sei das Hauptthema im Verfahren gewesen. Außerdem müsse, wie bereits bekannt, die Bundestraße B10 verlegt werden.

Das UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüf-Verfahren) war jedenfalls das größte in der österreichischen Geschichte, mit einer Dauer von fünf Jahren, heißt es in einer amtlichen Mitteilung des Landes Niederösterreich. Das Projekt sei strengstens geprüft worden. Insgesamt 35 Sachverständige in 38 Sachgebieten waren involviert. Laut Zibuschka haben die Sachverständigen im Interesse der Anrainer relativ niedrige Lärm-Grenzwerte festgelegt. 50 Parteien haben 1.331 Einwendungen eingebracht.