Windkraftanlagen haben keinen Einfluss auf die Preise. Studie zeigt: Errichtung von Windrädern hat keine Auswirkung auf Grundstückspreise.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 27. März 2018 (02:44)
Barbara Dürr
Eine Studie des Forschers Wolfgang Feilmayr hat ergeben, dass die Grundstückspreise sich in Gemeinden mit Windrädern (wie hier im Windpark Haindorf im Bezirk St. Pölten) genauso entwickeln wie in jenen ohne Windräder.

Nahezu überall dort, wo die Errichtung von Windrädern geplant wird, formieren sich Bürgerproteste dagegen. Der Wertverlust von Grundstücken ist eines der zentralen Argumente, das Gegner von Windkraftanlagen gerne aufs Tapet bringen, wenn neue Windräder errichtet werden sollen. Eine Studie des Stadt- und Regionalforschers Wolfgang Feilmayr zeigt jetzt: Dieses Argument stimmt nicht.

Er hat in seiner Untersuchung die Entwicklung der Grundstückspreise in Gemeinden in Nieder- und Oberösterreich sowie im Burgenland näher unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse hat er im Rahmen des 13. Österreichischen Windkraft-Symposiums der IG Windkraft präsentiert. „Wir haben auch verschiedene wertbeeinflussende Faktoren wie den Akademikeranteil, Erreichbarkeit, Kaufkraft, Wanderungsbilanz und Nächtigungszahlen in unsere Berechnungen einfließen lassen“, erklärt Feilmayr gegenüber der NÖN die Vorgangsweise bei der Studie.

Das Ergebnis: „Es gibt praktisch keinen Unterschied zwischen der Preisentwicklung von Grundstücken in Windkraft- und Nichtwindkraftgemeinden. Der Unterschied liegt bei maximal ein bis zwei Prozent, ein Wert, der statistisch aber nicht signifikant ist“, sagt Wolfgang Feilmayr.

Weitere Studie in Planung

Die Details: Untersucht wurden alle Gemeinden in Nieder- und Oberösterreich sowie dem Burgenland, die Windkraftanlagen haben. Insgesamt sind das 250 Gemeinden. Außerdem wurde die Preisentwicklung in diesen Gemeinden mit der Entwicklung in jenen verglichen, die keine Windkraftanlagen haben, das sind insgesamt 937 Gemeinden. Die Untersuchung beleuchtet die Grundstückspreisentwicklung von 1999 bis 2017.

Bei der Studie handelt es sich um ein Zwischenergebnis. In einer weiteren Untersuchung überprüft Feilmayr jetzt nämlich, ob die Errichtung von Windkraftwerken in einem Umkreis von zehn Kilometern Einfluss auf den Preis eines einzelnen Einfamilienhauses hat. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sollen zeitnah präsentiert werden. „Wir schauen uns dazu über 20.000 Transaktionen an“, so Feilmayr.

Allein in Niederösterreich sind aktuell übrigens rund 700 Windkraftanlagen in Betrieb. Etwa 17 Prozent des Strombedarfs werden laut Infos des Landes Niederösterreich im blau-gelben Bundesland bereits aus Windenergie gewonnen, das entspricht der Versorgung von umgerechnet 500.000 Haushalten.

Die Errichtung von Windkraftanlagen ist in Niederösterreich sehr detailliert geregelt. Nur auf rund zwei Prozent der gesamten Landesfläche von Niederösterreich können nach einem eigenen Zonenplan überhaupt Widmungen für Windkraftanlagen vorgenommen werden.