EVN: Smart Meter-Ausrollung im Herbst. Bis Jahresende sollen 35.000 Stück der intelligenten Stromzähler installiert sein. In Niederösterreich startete Bau einer Trinkwasser-Transportleitung von Krems nach Zwettl. Investitionskosten liegen bei 35 Millionen Euro.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 28. Mai 2020 (14:18)
Smart Meter
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Der NÖ börsennotierte Energieversorger EVN AG mit Sitz in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) steigerte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2019/20 sein Konzernergebnis um 18,4 Prozent auf 152,7 Millionen Euro. Der Umsatz des Konzerns sank um 4,2 Prozent auf 1.194,4 Millionen Euro – als Gründe dafür führten die EVN-Vorstände Stefan Szyszkowitz und Franz Mittermayer heute Vormittag in einer Telefonkonferenz Rückgänge in der thermischen Erzeugung und im Segment Netze an. Das EBITDA stieg um 17,7 Prozent auf 388,8 Millionen Euro, das EBIT um 16,5 Prozent auf 230,7 Millionen Euro. Gestiegen ist auch die Nettoverschuldung des Unternehmens, nämlich auf 1.191,2 Millionen Euro (per 30. September 2019 lag die Nettoverschuldung noch bei 999,5 Millionen Euro – eine Steigerung von 19,2 Prozent). Diese Steigerung sei unter anderem auf die Verbuchung langfristiger Leasingverbindlichkeiten wegen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16, eines neuen Standards zur Leasingbilanzierung, zurückzuführen, so EVN-Vorstandssprecher Szyszkowitz. 

Dividende bleibt bei 47 Cent

Im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2019/20, das von 1. Oktober 2019 bis 31. März 2020 dauerte, seien operativ noch kaum Auswirkungen der Corona-Pandemie spürbar, betonte Szyszkowitz. Jedoch gebe es negative unbare Bewertungseffekte in Höhe von rund 15 Millionen Euro. Gründe dafür seien gestiegene Länderrisikoprämien für Südosteuropa. Bereits mit Ende April hatte das Unternehmen seinen Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr gesenkt, Gründe sind die Covid-19-Pandemie sowie die dadurch bedingte Verzögerung eines Abwasserprojekts in Kuwait und die erwähnten Wertminderungen. Beim Konzernergebnis geht die EVN für 2019/20 nunmehr von einer Bandbreite von 180 bis 200 Millionen Euro aus, zuvor lag die Bandbreite bei 200 bis 230 Millionen Euro. „Die Verschiebung der Bandbreite hat aber keine Auswirkung auf die Dividende“, betonte Szyszkowitz – man stehe zur Basisdividende von 47 Cent.

35.000 Smart Meter bis Jahresende

In Sachen Umstellung auf die intelligenten Stromzähler, die sogenannten Smart Meter, hat die EVN wie berichtet Ende des Vorjahres mit einem Testbetrieb gestartet. Aktuell sind 270 Smart Meter bei EVN-Kunden im Einsatz, im Juni werden 300 weitere eingebaut. Der tatsächliche Roll-out soll schlussendlich im September erfolgen, bis Ende des Jahres sollen 35.000 Smart Meter im Einsatz sein. 800.000 werden insgesamt bis 2022 installiert. Die EVN hatte die Ausrollung eigentlich schon für 2017 geplant, allerdings wurde dieser Termin immer wieder verschoben, um Datensicherheit gewährleisten zu können, wie das Unternehmen sagt.

Trinkwasser-Transportleitung von Krems bis Zwettl wird errichtet

Was die Investitionen im laufenden Geschäftsjahr angeht, so könnten diese um zehn Prozent geringer ausfallen als geplant. Ursprünglich wollte das Energieunternehmen heuer 400 Millionen Euro investieren, davon 300 Millionen in Niederösterreich. Bereits gestartet wurde jedenfalls der Bau einer 60 Kilometer langen Trinkwasser-Transportleitung von Krems nach Zwettl, die insgesamt Kosten in Höhe von 35 Millionen Euro verursacht. Diese Transportleitung solle „innerhalb der nächsten zwei Jahre“ fertiggestellt werden, so EVN-Vorstand Mittermayer. Darüber hinaus arbeitet die EVN an der Errichtung eines Windparks in Kettlasbrunn (Bezirk Mistelbach). Dieser soll bis Ende 2020 ans Netz gehen. Die installierte Leistung aus Windkraft wird damit von aktuell 367 Megawatt um 8,4 Megawatt steigern. Angestrebt sind 500 Megawatt.

Ausbau der Erneuerbaren

Was die Stromerzeugung angeht, so ging jene aus Wärmekraftwerken um 44,7 Prozent zurück, weil der Einsatz des thermischen Kraftwerks Theiss zur Netzstabilisierung unter dem Wert des Vorjahres lag, außerdem wurde die Stromerzeugung aus Steinkohle in Dürnrohr beendet. Damit liegt der Anteil des Strom, der aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen ist, nunmehr bei 53,8 Prozent – während er im Vorjahr noch bei 39,8 Prozent lag. Insgesamt ging die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie aber wegen eines niedrigeren Wasserdargebots sogar um 2,4 Prozent zurück.

Den Ausbau der Stromerzeugung aus Erneuerbaren will die EVN überhaupt vorantreiben. So könnte am Standort des eben im Vorjahr vom Netz genommenen Kohlekraftwerks Dürnrohr eine Photovoltaik-Anlage errichtet werden.