heizt mit Holz. Heizkosten beliebt: In NÖ gibt es rund 90.000 Kachelöfen.

Erstellt am 09. Dezember 2012 (17:35)
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Von Gerti Süss

Sie knistern und sorgen für kuschelige Wärme im Raum. Das ist aber längst nicht mehr der wichtigste Grund, weshalb sich Menschen für einen Kachelofen entscheiden. „In erster Linie geht es um die Heizkosten“, erklärt Thomas Schiffert, Geschäftsführer des österreichischen Kachelofenverbands. Schließlich sei ein Kachelofen eine der besten Maßnahmen, um die Betriebskosten langfristig zu senken.

Teuer kommt jedoch die Anschaffung: Die Kosten für einen Kachelofen reichen laut Kachelofenverband von 6.000 Euro für einen Kleinkachelofen bis zu 20.000 Euro für eine Ganzhausheizung. „Dafür hält der Kachelofen mindestens 30 Jahre“, erklärt Schiffert.

Auf so eine lange Zeit rentiere sich die Anschaffung, wie der Heizkosten-Vergleich zeigt: Laut dem Kachelofenverband zahlen Haushalte, die mit Öl heizen im Schnitt rund 1.400 Euro mehr im Jahr gegenüber jenen, die mit Scheitholz heizen. Zudem sei der reale Brennholzpreis seit Frühling 2007 weitgehend konstant geblieben und liegt derzeit bei 35 Euro pro Raummeter mit Rinde.

Kachelöfen bei Passivhäusern sinnvoll

Bislang heizen 30 Prozent aller Niederösterreicher mit Stückholz. Somit ist Holz der am häufigsten verwendete Energieträger nach Gas (34 %).

90.000 Kachelöfen gibt es laut Schiffert in ganz Niederösterreich, jedes Jahr kommen 2.400 dazu. „Das Heizen mit Scheitholz macht vor allem dort Sinn, wo man weniger Energie braucht, zum Beispiel in Passivhäusern“, erklärt Schiffert. Und: Je besser ein Gebäude gedämmt ist, desto höher der Anteil, den der Kachelofen für die Energiegewinnung aufbringt.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern vergibt Niederösterreich jedoch seit Anfang 2011 keine direkten Förderungen für Kachelöfen mehr. Bei der aktuellen NÖ Eigenheimförderung, die mittels eines Punktsystems ermittelt wird, wird der Kachelofen dennoch berücksichtigt. Somit kann – je nach Energieeinsparungspotenzial – eine maximale Fördermittelhöhe von 30.000 Euro beziehungsweise bei Passivbauweise von 50.000 Euro erreicht werden.

Diese Förderung erfolgt in Form eines Darlehens des Landes Niederösterreich mit einer Laufzeit von 27,5 Jahren und einer einprozentigen Verzinsung. Auch bei Sanierungen und Renovierungen wird ein Kachelofen im Punktesystem berücksichtigt.

Einmal installiert, steigert ein Kachelofen auch den Wert des Eigenheims. Denn laut einer Studie der DIA Consulting AG zählt der Kachelofen zu jenen Ausstattungsmerkmalen, die sich am vorteilhaftesten auf den Wiederverkaufswert von Ein- und Zweifamilienhäusern auswirken.