Hellas-Pleite würde eine Billion kosten. Eine unkontrollierte Pleite Griechenlands würde nach Schätzungen des Welt-Bankenverbandes IIF mehr als eine Billion Euro kosten.

Erstellt am 06. März 2012 (14:04)

In einem vertraulichen Dokument vom 18. Februar warnt der von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geführte Verband, ein Scheitern der vom IIF begleiteten Umschuldung der griechischen Staatsanleihen hätte drastische Folgen.

Es sei schwer, die daraus resultierenden Kosten für alle Beteiligten genauer zu beziffern, "aber es ist kaum absehbar, dass sie unter einer Billion Euro lägen". Mit dem Schreiben untermauert der IIF seinen Appell an Banken, Versicherer und andere Anleihekäufer wie Hedgefonds, sich am Rettungspaket privater Gläubiger zu beteiligen, mit dem Griechenland um 100 Mrd. Euro Staatsschulden erleichtert werden soll.

Der Bankenverband malt ein Horrorszenario: Wenn Griechenland falle, bräuchten Italien und Spanien externe Hilfe, um eine Ansteckung zu verhindern. Der Europäischen Zentralbank (EZB) drohten beträchtliche Verluste: Sie sei allein mit 177 Mrd. Euro in Griechenland engagiert - das sei mehr als das Doppelte ihrer Kapitalbasis. Irland und Portugal bräuchten bei einer griechischen Staatspleite in den nächsten fünf Jahren 380 Mrd. Euro, Italien und Spanien weitere 350 Milliarden, heißt es in dem Dokument. Und nicht zuletzt müssten Banken dann mit gut und gerne 160 Mrd. Euro frischem Kapital wieder auf die Beine gestellt werden.

Die privaten Gläubiger haben bis Donnerstagabend Zeit, sich an dem Schuldenschnitt zu beteiligen, der zentraler Bestandteil des zweiten Rettungsschirms für Griechenland ist. Um den Schuldenberg Athens zu verringern, sollen private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Fonds ja auf Forderungen an Athen in Höhe von 107 Mrd. Euro freiwillig verzichten. Das entspräche einem Schuldenschnitt von 53,5 Prozent. Die Frist, bis zu der sie sich dazu erklären können, läuft an diesem Donnerstag ab. Anschließend wollen sich am Freitag ab 14 Uhr in einer Telefon-Konferenz die Euro-Finanzminister über den Umfang der Beteiligung informieren und grünes Licht für das neue milliardenschwere griechische Hilfsprogramm geben.