Hohe Preise sind gekommen, um zu bleiben

Erstellt am 17. Mai 2022 | 20:00
Lesezeit: 3 Min
Durchschnittskosten von März 2022
Durchschnittskosten von März 2022. Quelle: Arbeiterkammer Niederösterreich
Foto: Illustration: Igogosha/Shutterstock.com; Grafik: Prisching
Insbesondere bei den Energie- und Spritpreisen ist die Teuerung zu spüren.
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„Um Gottes willen“ tönt es hierzulande dieser Tage oft vor Zapfsäulen und Supermarktregalen: Wohnen, Mobilität, Nahrungsmittel, Freizeit – das ganze Leben ist für viele empfindlich teurer geworden. Ende März lag die Inflationsrate bei 6,8 Prozent, Schnellschätzungen für April ergaben eine Inflationsrate von 7,2 Prozent.

„Für das heurige Jahr ist nicht zu erwarten, dass es zu Preissenkungen kommt“, sagt WIFO-Ökonom Josef Baumgartner. „Die Preise werden aufgrund steigender Produktions- und Materialkosten weiter steigen. Und solange die Erzeugerpreise zunehmen, wird es auch bei den Konsumgütern kein Ende des Preisauftriebes geben“, erklärt der Experte. Die Preise werden auch in den nächsten Jahren hoch bleiben. Aber: „Das Ausmaß der Teuerung dürfte sich 2023 wieder abschwächen“, so Baumgartner. Die weitere Entwicklung der Inflation hänge aber auch vom Verlauf des Ukraine-Krieges ab.

800.000 Haushalte besonders betroffen

Laut Baumgartner sei davon auszugehen, dass die untersten 20Prozent der Haushaltseinkommensverteilung am stärksten von den Teuerungen betroffen sind, in Österreich also rund 800.000 Haushalte.

In den Bereichen Wohnen, Verkehr, Freizeit, aber auch bei den Lebensmitteln ist der Kostenanstieg besonders deutlich.

Zahlten zwei Erwachsene mit zwei Kindern im März 2021 im Median rund 505,92 Euro für Essen und Trinken, waren es laut Schätzungen der NÖ Arbeiterkammer ein Jahr später 540,3 Euro – also rund 34 Euro mehr. Besonders zu spüren war die Teuerung für Familien auch bei der Mobilität: Zahlte man im Vorjahr noch 595,68 Euro, waren es im März 2022 bereits 717,2 Euro.

„Haushalte mit niedrigem Einkommen und keinen oder geringen Ersparnissen haben wenig Möglichkeiten, diese Teuerungen abzufedern – da muss dann auf den Konsum nicht unmittelbar notwendiger Güter verzichtet werden. Haushalten mit hohem Einkommen tun die Preissteigerungen zwar auch weh – sie tun jedem weh –, aber sie können diese leichter durch ihre Ersparnisse abpuffern“, so Baumgartner.

Im Bereich der Energie – Treibstoffe, Heizöl, Gas und Strom – kam es bisher zu den höchsten Preissteigerungen. Wie sehr die Teuerungen im persönlichen Geldbörserl spürbar sind, hänge vor allem davon ab, welches Heizsystem einem Haushalt zur Verfügung stehe und ob er auf ein Auto angewiesen sei oder auf ein gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrsnetz ausweichen könne.

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