Federführend: Viel Platz, Licht und Luft. Hühnermast: Die Haltungsbestimmungen für Hendl in Österreich gehören zu den strengsten der Welt. Für die moderne Hühnermast der Familie Hummel kein Problem.

Erstellt am 29. September 2017 (06:22)

Frühmorgens geschlüpft, wenige Stunden später sind die Küken schon im Hühnermaststall von Elisabeth und Norbert Hummel in Waldhers im nördlichen Waldviertel. 2016 hat die Familie einen neuen Stall für 40.000 Masthühner errichtet.

Strenge Auflagen in Österreich

Schaut man durch die große Glasscheibe in das neue Zuhause der Küken, dann fällt auf, dass jedes Tier viel Platz hat. „Österreich hat weltweit eine der niedrigsten Besatzdichten mit 30 Kilogramm pro Quadratmeter Stallfläche. So haben die Tiere mehr Platz zur Verfügung als in vielen ausländischen Betrieben“, erklärt AMA-Geflügelbauer Norbert Hummel in Hinblick auf die strengen österreichischen Tierschutzauflagen bei Geflügel.

Nicht nur bei der Bewegungsfreiheit der Hühner ist man hierzulande vermehrt dem Tierwohl und der Tiergesundheit verpflichtet. So verfügt der moderne Stall der Hummels auch über große Fenster und Tageslicht erhellt den Stall. „Nachts haben unsere Tiere eine Dunkelphase von sechs Stunden“, so der Geflügelbauer. Außerdem sorgt eine Fußbodenheizung für eine den Küken angenehme Temperatur von 30 bis 32 Grad Celsius und es gibt genügend Frischluft. Mindestens zwei Mal täglich, bei den Neuankömmlingen drei bis vier Mal, schaut die Familie Hummel in ihrem Stall nach dem Rechten und zum Beispiel auch darauf, dass die Hendl immer problemlos ohne Gedränge Zugang zu Trinkwasser und zum Futterautomaten haben.

Apropos Futter: Die Betriebe in Österreich haben freiwillig auf gentechnikfreie Fütterung umgestellt.

Und so gibt es am Hof in Waldhers gentechnikfreien Soja sowie Mais und Weizen von den eigenen Feldern für die Hühner. Futtermischungen werden von
einem pastus+-zertifizierten Betrieb – gilt für die Landwirte im AMA-Gütesiegel-Programm – zugekauft. Verpflichtend für einen österreichischen Hühnermastbetrieb ist auch das regelmäßige Ausbringen der Einstreu im Stall. „Die Einstreu muss sein, damit die Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Scharren und Picken ausleben können und beschäftigt sind“, erklärt Elisabeth Hummel. Und: „Ganz wichtig für die Gesundheit der Tiere ist, dass die Einstreu stets trocken ist.“

Die Gesundheit der Tiere wird neben den Familienmitgliedern auch von einem Betreuungstierarzt überprüft, auch die Kontrollen durch die AMA sind Standard. „Die Kontrollen sind genau und streng, und das ist gut so. Denn dadurch wird die Glaubwürdigkeit des Qualitätssiegels gestärkt. Außerdem sieht man beim Einkauf gleich, woher das Produkt kommt und dass den österreichischen Bauern das Tierwohl viel wert ist. Im Gegenzug wäre es sehr schön, wenn immer mehr Konsumenten bereit wären, für diese beste Qualität ein wenig mehr auszugeben“, so Norbert Hummel.

 

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