IM GESPRÄCH. NÖN: Was war aus Ihrer Sicht die Ursache für die Alpine-Pleite?

Erstellt am 30. Juni 2013 (16:20)
NOEN

NÖN: Was war aus Ihrer Sicht die Ursache für die Alpine-Pleite?
Haneder: Ursache war das rasche Wachstum – vor allem im Ausland. Es gab Managementfehler und ein Verkennen der Situation. Und ein massives Drängen der Eigentümer zu wachsen. Der österreichische Teil war ja gesund und profitabel.

Es heißt aber aus der Baubranche, dass gerade in Österreich zu Dumpingpreisen gearbeitet wurde?
Mir wurde erzählt, dass Strabag, Porr oder andere mit Dumpingpreisen arbeiten. Die Bauindustrie-Unternehmen pecken sich gegenseitig die Augen aus, wenn sie so weitermachen.

Sind Sie über die geplanten lokalen Auffanglösungen glücklich?
Als Betriebsrat gesehen bedeutet das, dass wir so mehr Mitarbeiter unterbringen als bei einer großen Lösung.

"Ziel ist, dass keiner unter die Räder kommt"

Für alle 4.905 Alpine-Beschäftigte soll es diese Woche 33 Betriebsversammlungen geben. Welchen Tipp können Sie geben?
Mein Tipp ist, Ruhe zu bewahren, Vertrauen in die Betriebsräte, Arbeiterkammer und ÖGB zu setzen. Ziel ist, dass keiner unter die Räder kommt.

Sie werden als AKNÖ-Präsident abtreten, die Alpine wird zerschlagen. Was werden Sie tun?
Ab 12. Juli gibt es bei der Alpine keinen Betriebsrat mehr. Die Frage ist, was derjenige, der den Hochbau Ost übernimmt und wo mein Mandat ist, vor hat und ob er mich nimmt. Meine Zukunft hat für mich dabei aber nicht oberste Priorität.

Sie könnten auch in Pension gehen. Würden Sie das machen?
Das weiß ich noch nicht.

-hb-