Michael Stadler auf den Spuren von Tesla-Chef Elon Musk. Der Hofamt Prieler Michael Stadler erhielt den renommierten Edison-Award. Produkt soll Gemeinden in Österreich animieren.

Von Lisa Schinagl. Erstellt am 13. Mai 2021 (02:31)
Energieforscher Michael Stadler aus Hofamt Priel.
privat

Bereits 2016 erhielt der gebürtige Hofamt Prieler (Bezirk Melk) Michael Stadler für seine Forschung im Bereich erneuerbare Energie und Microgrids vom damaligen US-Präsident Barack Obama eine Auszeichnung, fünf Jahre später folgt mit dem renommierten Thomas Edison Award der nächste Preis.

NÖN: Die Auszeichnung des Weißen Hauses liegt fünf Jahre zurück. Was hat Sie denn von der damaligen Ehrung zum jetzigen Edison Award geführt?

Michael Stadler: Grundsätzlich kann man sich nicht nur auf die Forschung allein konzentrieren. Es ist auch wichtig, daraus ein Produkt zu machen und es auf den Markt zu bringen. Ich habe 2016 aufgehört, in den USA zu arbeiten, um ein Produkt zu etablieren, dass sich verkaufen lässt und notwendig ist. Ursprünglich wollte ich komplett nach Österreich zurückkehren, dann habe ich aber den Anknüpfungspunkt mit XENDEE in Kalifornien gehabt.

Sie sind auch bei der BEST GmbHin Wieselburg beschäftigt. Was ist dort Ihre Aufgabe?

Stadler: Ich habe den Forschungsbereich Smart- und Microgrids sowie ein Microgrid Forschungslabor aufgebaut, wo ich die wissenschaftliche Abteilung leite. Microgrids sind kleine lokale, zellulare Energiesysteme bzw. Netze. Durch XENDEE hat sich diese Doppelrolle ergeben, wodurch ich auch jeden Tag früh aufstehe, damit ich mich von San Diego aus mit Niederösterreich koordinieren kann.

Den Thomas Edison Award haben Sie und Ihr Team für die „XENDEE-Microgrid Optimierungsplattform“ erhalten. Was ist das für ein Projekt?

Stadler: Es handelt sich um eine Planungssoftware, welche kommunale Energie- und Microgridprojekte effizienter und kostengünstiger plant. Das hilft direkt, den weltweiten Bedarf an erneuerbaren Energien effektiv und rasch zu decken. Es gibt sehr viele individuelle Projekte, und die Implementierung ist derzeit teuer und dauert sehr lange, weswegen wir mit dieser Software versuchen, die Technologien automatisiert in die Haushalte der Gemeinden zu bringen.

Welche Kriterien gibt es für den Award?

Stadler: Es geht eigentlich um das Potenzial für den Markterfolg eines Projektes oder Produkts. Das ist also entkoppelt von der Forschung, da geht es weniger um die Theorie, sondern um den Einfluss auf die Welt. Auch Tesla-Chef Musk hat diesen Award einst erhalten.

Welche Zukunftspläne haben Sie mit der „XENDEE“-Plattform“?

Stadler: Wir werden die Gemeinden im Bereich der Energiegemeinschaften unterstützen und beraten. Österreich ist ein eher konservativer Markt, in den USA ist man innovativer. Es ist wichtig, die Leute in Österreich zu animieren, und die Auszeichnung unterstreicht die Notwendigkeit dieser Arbeiten.