Girls Day: Frauen in die Technik. 1.700 junge Frauen schnupperten heuer im Rahmen des Girls Days in 80 niederösterreichischen Betrieben Technikluft.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 01. Mai 2018 (02:12)
A1
Nicole Lindmayer (links) und Sandra Gansberger absolvieren beide eine Lehre zur Informations- und Telekommunikationstechnikerin beim Telekommunikationsriesen A1. 

Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau – das waren 2017 die drei beliebtesten Lehrberufe, die Mädchen und junge Frauen in Niederösterreich für eine Lehrausbildung wählen. Mehr als ein Viertel aller weiblichen Lehrlinge macht etwa eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Von technischen Berufen ist auch in den Top Ten dieser Statistik nichts zu sehen. Das soll unter anderem der Girls Day ändern, der heuer bereits zum 17. Mal in Niederösterreich stattfand.

Initiative scheint zu fruchten

24.000 Mädchen haben an diesem Tag bereits teilgenommen. Allein heuer waren es 1.700, die in 80 Betrieben Technik-Luft schnupperten. Und langsam scheint die Initiative auch zu fruchten. 2007 etwa gab es laut Auskunft der Wirtschaftskammer Niederösterreich zwei weibliche Mechatronik-Lehrlinge in Niederösterreich – aktuell sind es zwölf. In diesem Zeitraum hat auch die Zahl der weiblichen Metalltechnik-Lehrlinge zugelegt – von 35 auf 87. Und: Mittlerweile gibt es 41 weibliche Elektrotechnik-Lehrlinge, 2007 waren es noch 26. Die Lehre als solche ist übrigens nach wie vor männlich dominiert: Nur knapp ein Drittel aller 16.000 Lehrlinge in Niederösterreich ist weiblich.

Sandra Gansberger aus dem Bezirk Melk und Nicole Lindmayer (20) aus dem Bezirk Neunkirchen sind zwei Beispiele für Frauen in einer technischen Ausbildung. Beide absolvieren aktuell die 3,5 Jahre dauernde Lehre zur Informations- und Telekommunikationstechnikerin bei A1 und sind im zweiten Lehrjahr. Das klingt auf den ersten Blick nicht nach einem typischen Frauenberuf. Die beiden jungen Frauen wussten aber beide schon früh, dass es sie in die Technik zieht. Für diese Ausbildung hat sich etwa die 21-jährige Sandra Gansberger entschieden, „weil technisches Interesse schon immer bestand und es nicht geschlechtsspezifisch ist, für welchen Beruf man sich entscheidet“, verrät sie der NÖN – und bringt damit auch das Bestreben des Girls Day auf den Punkt.