Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit. Das Land NÖ startet gemeinsam mit dem AMS NÖ Projekt zur Eindämmung der Langzeitarbeitslosigkeit im Land. Investiert werden 2017 3,25 Millionen Euro.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 28. September 2016 (11:57)
NLK/Filzwieser, NLK/Reinberger
Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und AMS NÖ-Chef Karl Fakler wollen rund 150 Langzeitarbeitslose über das Projekt „Jobchance Netzwerk Arbeitsplatz Niederösterreich“ in eine fixe Beschäftigung bringen.
 

12.650 Langzeitarbeitslose – also Personen, die länger als zwölf Monate arbeitslos gemeldet sind – gab es im August 2016 in Niederösterreich. Ein Plus von 36,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Rahmen des im Juli geschlossenen Beschäftigungspakts zwischen Land NÖ, AMS und Sozialministerium soll nun als eine der ersten Maßnahmen der Langzeitarbeitslosigkeit der Kampf angesagt werden.

Im Jänner 2017 startet daher die Umsetzung der jetzt gestarteten Initiative „Jobchance Netzwerk Arbeitsplatz Niederösterreich“. Dabei sollen bei regionalen Netzwerktreffen in den Bezirken Unternehmen, die Beschäftigte suchen, mit entsprechenden Langzeitarbeitslosen zusammengebracht werden. Unterstützung bei der Auswahl von und Kontaktaufnahme mit Unternehmen kommt von der Wirtschaftskammer NÖ.

Die Teilnahme an den Netzwerktreffen ist für die jeweiligen Langzeitarbeitslosen verpflichtend. So würden auch diejenigen schnell identifiziert werden können, denen es am Willen zur Beschäftigung fehlt, betonte die für den Arbeitsmarkt zuständige VP-Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner.

AMS und Land fördern Lohnkosten

Nach dem Netzwerktreffen sollen Langzeitarbeitslose in Form einer gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung für vier Monate bei Männern und sechs Monate bei Frauen den Unternehmen überlassen werden. Das heißt im Detail: Arbeitgeber für die Langzeitarbeitslosen ist der Verein Jugend und Arbeit, ein langjähriger Partner des AMS NÖ. Der Verein überlässt die Arbeitskräfte den Unternehmen.

Das Land NÖ und das AMS NÖ fördern die Lohn- und Lohnnebenkosten zu 60 Prozent (40 Prozent bezahlt das AMS, 20 Prozent das Land). Im Zeitraum der Überlassung muss das Unternehmen also nur 40 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten tragen. Auch das Dienstgeberrisiko liegt beim Verein Jugend und Arbeit. Investiert werden dafür im kommenden Jahr 3,25 Millionen Euro.

Fakler: „Verlängertes Probemonat“

Das Ziel ist, 2017 300 Personen so zumindest für diese vier oder sechs Monate in Beschäftigung zu bringen. AMS NÖ-Chef Karl Fakler bezeichnete diesen Zeitraum als eine Art „verlängertes Probemonat“ und so eine längere Kennenlernzeit für Unternehmen und Beschäftigte. Das Ziel ist, 50 Prozent der Projektteilnehmer im Anschluss an die Arbeitskräfteüberlassung in eine fixe Beschäftigung zu bringen.