Hier sitzt jede Schraube perfekt. Von der kleinen Maschinennagelfabrik zum international anerkannten Schraubenproduzenten hat sich die Firma Schmid Schrauben in 176 Jahren entwickelt.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 21. Juni 2018 (14:46)
Schmid Schrauben
Schmid Schrauben setzt mit RAPID und StarDrive GPR auf Qualität „Made in Austria“.

„Was wir verbinden, hält“: Mit diesem Slogan wirbt die Firma Schmid Schrauben. Und das zu Recht: Das Unternehmen hat sich als ein internationaler Player am Schraubenmarkt etabliert.

Der Betrieb mit rund 160 Mitarbeitern blickt auf eine 176-jährige Erfolgshistorie zurück. Gegründet 1842 in Wien auf dem Gelände der heutigen Nationalbank als Maschinennagelfabrik verlagerte sich die Firma aufgrund von Anrainerbeschwerden wegen Lärms in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Hainfeld. 1904 übernahm die Firma M. Schmid und Söhne (später Erich Schmid) aus Wilhelmsburg das Werk und startete als erstes Unternehmen 1912 die Produktion von Holzschrauben.

Schmid Schrauben
Schmid-Schrauben-Geschäftsführer Andreas Gebert pflegt stetigen Austausch mit Forschungseinrichtungen.

Bereits seit den 1970er-Jahren gibt es asiatische Schraubenhersteller, welche auf den europäischen Markt drängten. „Dem Konkurrenz- und Preisdruck begegnete Schmid Schrauben stets mit dem Vertrauen auf die Produktqualität und die Flexibilität in der Produktion“, sagt Geschäftsführer Andreas Gebert. Zusätzlich halfen Innovationen und die Investitionen in den Standort, sich erfolgreich am Markt in Europa zu behaupten.

Mit einem runderneuerten Maschinenpark und modernen Produktionsstätten erwirtschaftet das Unternehmen heute einen Jahresumsatz von 30 Millionen Euro bei einer Tagesproduktion von rund 40 Tonnen Schrauben und bedient mit seiner Produktion neben den Kernmärkten Österreich, Deutschland, Italien und Schweiz auch Frankreich, England, Japan und Kanada. Neben dem klassischen Baumarktbereich zählen vor allem der Großhandel und die Industrie mit Sonderanfertigungen zu den Hauptabnehmern der Produkte. Gebert: „Hierbei kommt die besondere Stärke der individuellen Fertigung vom Prototypen bis hin zum fertig produzierten und individuell verpackten Produkt zum Tragen.“

Schmid Schrauben
Schmid Schrauben setzt mit RAPID und StarDrive GPR auf Qualität „Made in Austria“.

Auch in der Zukunft will Schmid Schrauben Hainfeld mit Innovationen und Produktneuheiten wie der Erdbeben- oder der Hartholzschraube am Puls der Zeit bleiben. Der Bedarf steigt, denn Laub- und Mischwälder und das daraus gewonnene Hartlaubholz gewinnen immer mehr an Bedeutung im Bauwesen. Hochwertige Bauprodukte wie Brett- und Furnierschichtholz erfordern starke Verbindungen – eben top hochwertige Hartholzschrauben. Dafür steht das Unternehmen im ständigen Austausch mit maßgeblichen Forschungseinrichtungen wie der TU Graz, der FH Joanneum oder der FH Biel.

Schmid Schrauben
Sehr einfache Arbeiten werden bereits teilweise von Robotern ausgeführt.

„Der Vorteil von Hartholzschrauben gegenüber Klebeverbindungen ist die sofortige volle Tragfähigkeit nach dem Einbau“, erklärt Gebert. Außerdem erleichtern diese das Arbeiten bei klimatisch unterschiedlichen Verhältnissen, wenn mitunter Buchenholz bei starker Feuchtigkeit stark quillt. „Bei Klebeverbindungen besteht die Gefahr, dass sich die Fugen öffnen, bei Hartholzschrauben fällt diese Problematik komplett weg“, erläutert er.

Schmid Schrauben ist trotz internationalen Vertriebs stets der Region eng verbunden: Neben der Rolle als Arbeitgeber werden Lehrlinge in den Bereichen Maschinenbautechniker, Werkstofftechniker als auch Industriekaufmann/frau ausgebildet. „Somit können junge Männer und Frauen in der Nähe eine hochwertige Ausbildung mit Perspektive absolvieren. Wir sehen dies als Verpflichtung gegenüber den Mitarbeitern und der Region, durch unser Wirken, einen Beitrag für die regionale Entwicklung und nachhaltige Sicherung der Arbeitsplätze im Gölsental zu leisten“, resümiert Gebert.

Von Gila Wohlmann/NÖN-Sonderjournal-Redaktion