Erstellt am 28. Dezember 2016, 02:40

von Teresa Sturm

Privatkonkurse gleich dafür weniger Schulden. 2015 gab es etwa gleich viele Privatkonkurse wie in diesem Jahr. Die Schulden sind aber deutlich niedriger.

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Im Jahr 2016 wurden in Österreich 8.101 Privatkonkursverfahren eröffnet. Das sind um 8,2 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs.

In Niederösterreich ist diese Zahl hingegen fast gleichbleibend. 1.056 Verfahren waren es letztes Jahr in NÖ und 2016 nur vier Fälle weniger. Dabei sind die Schulden der in die private Pleite geschlitterten Niederösterreicher heuer mit den 161 Millionen um 27 Millionen im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Dass die Schuldenregulierungsverfahren in Österreich zurückgegangen sind, sei laut KSV1870 kein Grund zur Freude. „Privatkonkurse haben eine volkswirtschaftliche Beziehung zum Arbeitsmarkt“, so Hans-Georg Kantner, Leiter des Bereichs Insolvenz des KSV1870. Denn auch wer einen Job hat, erwägt einen Privatkonkurs, weil er regelmäßig Raten an seine Gläubiger zurückzahlen und sich so längerfristig entschulden kann. Schuldenregulierungsverfahren dauern in Österreich zwar länger als in vielen anderen Ländern, sie haben aber einen sehr hohen Erfolgsanteil, heißt es vom Kreditschutzverband KSV1870. „80 bis 85 Prozent erlangen nach fünf bis sieben Jahren eine Restschuldbefreiung“, so Hans-Georg Kantner.

Unternehmensinsolvenzen gab es in NÖ 761, das sind um 6,5 Prozent weniger als noch im Vorjahr (2015: 814). Besonders stark haben die Unternehmensinsolvenzen in Tirol zugenommen – um 5,2 Prozent. Das sei laut Hans-Georg Kantner eine Trendangabe für die kommende Entwicklung in ganz Österreich.