Autohandel: WK-Branchenobmann Schirak sieht „Entspannung erst 2023“

Wolfgang Schirak, der Sprecher des blau-gelben Autohandels, über die aktuellen Lieferprobleme.

Erstellt am 28. Oktober 2021 | 03:33
Interview mit Branchenobmann - Autohandel-Branchenobmann Schirak,„Entspannung erst 2023“
„Schlimmer kann es nicht mehr werden“, sagt Wolfgang Schirak. Foto: Gerald Lechner
Foto: Gerald Lechner

Nachdenklich begrüßt uns der Branchenobmann des Fahrzeughandels in der WKNÖ, Wolfgang Schirak aus St. Pölten, zum Interview. Seine Branche ist schwer in der Krise. Aufgrund des Halbleitermangels gibt es lange bis sehr lange Lieferzeiten.

NÖN: Lange Lieferzeiten bei den Autos heißt?

Interview mit Branchenobmann - Autohandel-Branchenobmann Schirak,„Entspannung erst 2023“
„Schlimmer kann es nicht mehr werden“, sagt Wolfgang Schirak. Foto: Gerald Lechner
Gerald Lechner

Wolfgang Schirak: Wenn man jetzt ein ganz normales Auto bestellt, dann kommt dieses mit Glück im Mai 2022. Und bei bestimmten höherklassigen Modellen kann es durchaus sein, dass man bis zum ersten Quartal 2023 warten muss.

Was mache ich, wenn ich jetzt dringend ein Auto brauche?

Aktuell muss man das nehmen, was die Händler haben. Die Händler haben aber nicht mehr viel auf Lager. Zudem gibt es auch immer weniger Gebrauchte, weil logischerweise nichts nachkommt.

„Ein Händler, der jetzt ein bisserl krank ist, kann relativ schnell tot sein, wenn es so weitergeht.“

Wie lange wird es dieses Halbleiterproblem noch geben?

Ich fürchte, dass es erst 2023 zu einer Entspannung kommen wird. Und das ist für alle in der Autobranche ein Problem. Ein Händler, der jetzt ein bisserl krank ist, kann relativ schnell tot sein, wenn es so weitergeht. Zudem droht der Branche das gleiche Problem wie in der Gastronomie: Gute Autoverkäufer könnten in andere Branchen abwandern.

Wie hoch schätzen Sie den finanziellen Schaden für die Branche?

Laut der US-amerikanischen Beratungsfirma AlixPartner könnten der gesamten Autoindustrie heuer geschätzt 179 Milliarden Euro entgehen.

Eine Branche wankt: Kommt Hilfe von der Regierung?

Beim Thema „NoVA für leichte Nutzfahrzeuge“ tut sich jetzt endlich was! Aufgrund der Lieferengpässe wollen wir eine verlängerte Übergangsfrist (die Frist läuft per 1. November aus, Anmerkung der Redaktion), denn die Autos werden sonst erheblich teurer, hier geht es mitunter um fünfstellige Beträge. Für den Käufer und uns ist das nicht gerade lustig. Die Politik signalisiert jetzt, dass man an einer Lösung interessiert sei. Aber noch ist nichts beschlossen.

Im August und im September hat in NÖ das reine Elektroauto das Dieselauto bei den Pkw-Neuzulassungen überholt …

Das ist ja lieb und nett, aber man sollte das alles über einen vernünftigen Zeitpunkt vergleichen. Ich möchte hiermit auch hervorheben, dass der private Anteil der neu zugelassenen Elektroautos niedrig ist (ca. 25 Prozent)! Zudem werden die Stromer finanziell stark gefördert.

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