Georg Bursik: „Abwanderung kein Thema“ . Wopfinger-Geschäftsführer Georg Bursik über Steuerprüfung, Abwanderung und die Zukunft.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 01. November 2016 (00:55)
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„Wir sind knapp zwei Prozent über dem Vorjahr“, so Wopfinger-Geschäftsführer Georg Bursik über das laufende Geschäftsjahr.
Erich Marschik

NÖN: Ein großes Thema 2016 ist der Brexit. Was bedeutet der für Wopfinger?

Georg Bursik: Ich denke, es wird keine gravierenden Auswirkungen haben. Man muss sich nur anschauen, wie Steuersätze und Importzölle aussehen werden.

Zweites großes Thema sind Flüchtlinge. Robert Schmid hat 2015 gesagt, dass es gut für die Bauwirtschaft sein könnte, weil mehr Wohnungen gebaut werden müssen. Merkt man schon etwas?

Bursik: Nein. Nur: Man kann zur „Willkommen“-Aussage von Angela Merkel stehen, wie man will, aber wo sie Recht hat, ist: Wenn Deutschland nicht reagiert, schrumpft es bei Bevölkerung, Kaufkraft und Arbeitskräften. So gesehen ist Österreich in der glücklichen Lage, dass es wächst. Es geht nur darum, wie man diese Menschen integriert.

Die Lage am Arbeitsmarkt entspannt sich in der Bauwirtschaft, die Arbeitslosenzahlen gehen zurück. Warum?

Bursik: Im Neubau läuft es gut. Handlungsbedarf gibt’s bei thermischer Sanierung.

Das ist schon länger so. Warum?

Bursik: Energie kostet wenig, die vergangenen Winter waren relativ warm. Und im öffentlichen Bereich passiert zu wenig.

Eine Neverending Story ist das Thema wirtschaftsunfreundliches Klima in Österreich. Tut sich da was?

Bursik: Die Situation ist unverändert. Unternehmen könnte man es viel leichter machen. Etwa bei Steuergesetzgebung oder -prüfung. Wir können uns von der Größe her nicht leisten, da etwas falsch zu machen. Aber man wird bei Steuerprüfungen behandelt wie das Letzte und fragt sich: Warum kontrolliert niemand die Hinterhoffirmen?

Ist Abwanderung ein Thema?

Bursik: Solange die Bedingungen so bleiben wie jetzt, nein. Ein Thema wird aber einmal, wie es mit CO2 weitergeht. Das war keine erfolgreiche Geburt. Wenn Zemente nach Europa importiert werden können, ohne dass CO2-Abgabe bezahlt werden muss, haben europäische Hersteller einen Wettbewerbsnachteil.

Wie geht es Wopfinger im laufenden Geschäftsjahr?

Bursik: Wir sind knapp zwei Prozent über dem Vorjahr.

Was ist für den Standort hier geplant?

Bursik: Jetzt haben wir vor allem Ersatzinvestitionen. Es gibt zwar innovative Ideen, darüber möchte ich aber noch nicht sprechen.

Wann sind die spruchreif?

Bursik: Erst 2018/19.