Investitionen in NÖ-Bahnen "lohnen sich". Eine Studie im Auftrag der NÖVOG und des Land NÖ attestiert den gelb-blauen Landesbahnen einen Wertschöpfungseffekt von insgesamt 41,5 Millionen Euro bei Steuergeld-Investitionen von 2,4 Millionen Euro. "Der öffentliche Verkehr kostet nicht wenig Geld. Umso wichtiger ist es, dass unsere Investitionen ankommen und sich auszahlen", sagt Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP). Jeder in die NÖ-Bahnen investierte Euro brachte 3,8 Euro an Wertschöpfung und Zusatzeffekten im Zeitraum von 2010 bis 2019.

Von Norbert Oberndorfer. Erstellt am 04. März 2021 (15:19)
Geschäftsführerin der NÖ-Bahnen (NÖVOG) Barbara Komarek, Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) und Christian Helmenstein, Studienautor und Vorstand des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung.
Norbert Oberndorfer

Eine Studie im Auftrag der NÖ-Bahnen und des Land NÖ untersuchte die wirtschaftliche Bedeutung der Landesbahnen und die Wertschöpfung, die die Investitionen und der Betrieb der insgesamt sechs Regionalbahnen und zwei Bergbahnen auslösen. Laut Economica-Studie lohnen sich die Investitionen in die NÖ-Bahnen (NÖVOG). "Der öffentliche Verkehr kostet "nicht wenig Geld", sagt Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP). Umso wichtiger sei es, dass "unsere Investitionen ankommen und sich auszahlen", so Schleritzko. 

Seit der Übernahme durch das Land NÖ im Jahr 2010 wurden bis 2019 insgesamt 2,4 Millionen Euro an Steuergeldern in die NÖVOG investiert. Jeder investierte Euro generierte 3,8 Euro an Zusatzeffekten. An direkte Wertschöpfung lösten die NÖ-Bahnen in Summe 11 Millionen Euro aus. Rechnet man die Zusatzeffekte auf die Branchen Tourismus, Freizeit-Dienstleistungen, Landverkehr (Taxi), Beherbergung und Gastronomie dazu sind es sogar 41,5 Millionen Euro in dem Zeitraum von 2010 bis 2019.

Das sei eine Bestätigung für das Land und die Steuerzahlen, dass sich die Übernahme und die laufenden Investitionen in die NÖVOG ausgezahlt haben. "Die NÖ-Bahnen kurbeln unsere Wirtschaft an und sind ein essentieller Bestandteil unseres öffentlichen Verkehrs", sagt Schleritzko.

"Wir wollten wissen, ob das, was in unserem Leitbild verankert ist, auch tatsächlich seit 2010 entstanden ist, ob es auch nachlesbar ist", sagt NÖVOG-Geschäftsführerin Barbara Komarek. Die Ergebnisse der Studie würden zeigen, dass die Mittel für die NÖ-Bahnen sich rechnen. "Wir sind ein starker Partner für 36 Standortgemeinden, ein wichtiger lokaler Arbeitgeber und tragen zur Wertschöpfung bei - dort wo NÖ am schönsten ist, aber auch am periphersten", sagt Komarek.

Erst kürzlich habe die NÖVOG die Zertifizierung als "Great Place to Work" auf Anhieb geschafft - "als erstes und bisher einziges Bahnunternehmen in Österreich. Darauf sind wir stolz", so Komarek. Es gehe den NÖ-Bahnen ganz bewusst in der Unternehmenskultur um Qualität, und um diese in ganz NÖ zu leben.

Am meisten profitiert der Einzelhandel

Jeder Euro im laufenden Betrieb der NÖ-Bahnen generiere 3,6 Euro Wertschöpfung im Gesamteffekt, sagt Christian Helmenstein, Studienautor und Vorstand des Economica Instituts für Wirtschaftsforschung. Diese Wertschöpfung in den 36 Gemeinden und Regionen wäre nicht möglich, wenn es nicht das Mobilitätsangebot der NÖ-Bahnen gebe. "Mehr Angebot führt zu mehr Mobilität und zu mehr Wertschöpfung und umgekehrt mehr Nachfrage nach Mobilität", sagt Helmenstein. 36 Standortgemeinden (6,3% Prozent aller NÖ-Gemeinden, N=573), werden von den NÖ-Bahnen serviciert. In den Gemeinden wohnen 153.600 Menschen (9,2 Prozent der Gesamtbevölkerung NÖ).

"Nicht die Bahn profitiert selbst am meisten, sondern der Einzelhandel", sagt Helmenstein. Die 41,5 Millionen an Wertschöpfungs-Effekten schlagen primär im Einzelhandel (16 Mio. Euro), dem Landverkehr (13 Mio. Euro) und der Beherbergungs- und Tourismusbranche zu gute (4,3 Mio. Euro) auf. "Das heißt im Umkehrschluss, dass den NÖ-Bahnen in Post-Covid eine zentrale rolle zukommen wird. Diese Branchen werden überproportional von den Bahnen profitieren", sagt Helmenstein.