IST Austria und ecoplus gründeten Technologiepark-Gesellschaft. Das IST und die NÖ Wirtschaftsagentur ecoplus haben eine gemeinsame Gesellschaft für die Errichtung eines Technologieparks gegründet.

Erstellt am 17. Juni 2014 (09:29)
NOEN, IST Austria/Paul Pšlleritzer (APA)
Markus Wanko, Leiter des Bereichs "Business Development" des Institute of Science and Technology (IST) Austria in Klosterneuburg
Das Institute of Science and Technology (IST) Austria ist eine reine Grundlagenforschungs-Einrichtung, grundsätzlich aber industriellen Anwendungen und Kooperation gegenüber offen. Fünf Jahre nach Gründung des Instituts gibt es dazu mit der gemeinsam mit ecoplus ins Leben gerufenen Gesellschaft für die Errichtung eines Technologieparks erste Schritte.

Schon das hochkarätig besetzte "Internationale Komitee" zur Vorbereitung des IST Austria unter Vorsitz von Haim Harari hat auf einen Technologiepark in unmittelbarer Nähe zum IST-Campus in Klosterneuburg gesetzt, von Anfang an war dafür ein Areal reserviert. Vorbild dafür ist der florierende Technologiepark des Weizmann-Instituts in Israel, das auch allgemein Pate stand für das IST.

Bewusstsein für Entrepreneurship fördern

Nun soll der Technologiepark durch die "IST Park GmbH" realisiert werden, die mehrheitlich (74,9 Prozent) im Besitz der ecoplus steht, das IST hält 25,1 Prozent. Aufgabe der Gesellschaft ist die Entwicklung, Errichtung und später der Betrieb des Parks, betonte Markus Wanko, Leiter des Bereichs "Business Development" am IST Austria.

Experte sucht Interessenten für Ansiedlung

Der 42-jährige Experte für Venture Capital und Betriebsansiedlung ist seit dem Frühjahr am IST Austria tätig. Er hat am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gearbeitet und dort u.a. Entrepreneurship-Kurse am Global Entrepreneurship Lab gehalten und war zuletzt in Doha (Katar) für Industrie- und Energieinvestments des aus Öl- und Gas-Einnahmen gespeisten Staatsfonds zuständig. Er unterstützte auch den Aufbau des "Qatar Science and Technology Park". Am IST soll er nicht nur Interessenten für eine Ansiedlung im Technologiepark suchen, wie er betont. Seine Aufgabe sei auch, im Institut selbst das Bewusstsein für Entrepreneurship zu fördern.

Rahmen schaffen, wo Geschäftsideen entwickelt werden können

Wanko unterstreicht die Langfristigkeit der Pläne: Von Anfang an habe am IST Austria der Grundsatz gegolten, sich beim Aufbau der Einrichtung Zeit zu lassen und auf Qualität zu setzen. Dies sei essenziell und gelte auch für die Realisierung des Technologieparks. Für diesen ist eine phasenweise Entwicklung geplant. Es sei derzeit weder vorgesehen, auf der grünen Wiese ein Gebäude zu errichten, für das man dann Mieter suche. Noch setzt man in der ersten Phase auf Spin-Offs aus dem noch jungen Institut, wo derzeit Wissenschafter primär in den Bereichen Informatik, Life Sciences und Physik arbeiten.

Vielmehr sollen gezielt andere Forschungseinrichtungen, etwa aus der Unternehmensforschung, oder kleine und mittlere Unternehmen aus dem High-Tech-Bereich angesiedelt werden. Wanko will sondieren, "was hineinpasst, wo es inhaltliche Anknüpfungspunkte und sinnvolle gegenseitige Befruchtung gibt". Inhaltlich am derzeit relevantesten bezeichnet er dabei den Software-Bereich, wo das IST "eine gute und breite inhaltliche Abdeckung" aufweist.

Im Institut selbst will Wanko die Wissenschafter einmal grundsätzlich "offen gegenüber dem Thema Entrepreneurship halten" und auch entsprechende Kurse anbieten. "Es geht darum einen Rahmen zu schaffen, wo erste Ideen für mögliche Anwendungen bzw. Geschäftsideen identifiziert und entwickelt werden können", so der Experte. Wanko betont dabei, dass dies "ein Zusatzangebot für jene ist, die sich dafür interessieren. Es handelt sich dabei um keine Beeinflussung der neugierdegetriebenen Forschung".

Insgesamt bewertet Wanko die bestehenden Instrumente für Unternehmensgründungen in Österreich als "nicht so schlecht". Was fehle sei eine private Risikofinanzierung und eine etablierte Venture-Capital-Landschaft.

Auf lange Sicht soll die am IST Austria erarbeitete Expertise aber nicht nur der Wirtschaft dienen, sondern auch dem Institut selbst, etwa durch Verwertung von geistigen Eigentumsrechten oder eigenen Ausgründungen, wie IST-Managing Direktor Georg Schneider betonte. Einen ersten kleinen Schritt in diese Richtung hat das IST Austria heuer bereits mit den ersten drei Patent-Anmeldung gemacht.