Raiffeisen: "Wo andere gehen, bleiben wir“. Raiffeisen Holding NÖ-Wien setzt weiter auf dezentrale Strukturen und startet Jugendschwerpunkt.

Von Walter Fahrnberger. Erstellt am 21. Mai 2019 (01:27)
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Hoher Besuch bei der Jahrestagung der Raiffeisen-Holding und Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien (v. l.): Raiffeisen-Holding NÖ-Wien Generaldirektor Klaus Buchleitner, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Raiffeisen-Holding NÖ-Wien Obmann Erwin Hameseder, LH-Stv. Stephan Pernkopf und Raiffeisen Generalanwalt Walter Rothensteiner.

Von einem „positiven Wendepunkt“ bei der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien konnte Obmann Erwin Hameseder im Rahmen der Jahrestagung 2019 vor 700 Gästen – unter ihnen auch Bundeskanzler Sebastian Kurz und Diözesanbischof Alois Schwarz – berichten. Nach fünf Jahren der Bilanzoptimierung sei man mit dem besten Ergebnis in der Geschichte wieder in die Wachstumsphase gekommen, nachdem die Kostenstruktur signifikant verbessert werden konnte. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, erklärte Hames-eder.

Jedenfalls werde die Raiffeisen NÖ-Wien Fahrt aufnehmen. Das „Tempo“ war auch das Motto der diesjährigen Jahrestagung. Dabei geht es laut Hameseder für die Raiffeisen nicht nur um Unternehmenskennzahlen, sondern um das soziale Miteinander: „Bei der Raiffeisen NÖ-Wien steht der Mensch im Mittelpunkt und bestimmt das Tempo.“ Für Generaldirektor Klaus Buchleitner ist das Tempo aber auch ein Wettbewerbsfaktor geworden, nachdem sich die Branchendynamik ändere.

"Zukunft gestalten heißt, mit der Zeit zu gehen"

Ein Bekenntnis für die Verankerung von Raiffeisen im ländlichen Raum gab Obmann Ham-eseder ab: „Wo sich andere zurückziehen, bleiben wir.“ Dass kleine Regionalbanken jedoch die gleichen Standards wie multinationale Bankzentralen erfüllen müssen, geht für Hameseder zu weit. So sei bei der Bankenregulierung „mit Sicherheit übers Ziel geschossen worden“.

Volle Unterstützung sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz bei dem Ansinnen zu, die Regulierungen in der Europäischen Union zu reduzieren. „Die Raiffeisen Niederösterreich-Wien zeigt, wie Tradition und regionale Verwurzelung mit Fortschritt und Moderne in Einklang stehen können“, erklärte Kurz. Der Bundeskanzler lobte dabei die 200 Jahre alte Idee der Genossenschaft, die „gestern wie heute nachhaltige wirtschaftliche Erfolge feiert“.

Jugend als wichtigster Hebel für die Zukunft

Für die Zukunft sieht die Raiffeisen die Jugend als wichtigsten Hebel. „Zukunft gestalten heißt, mit der Zeit zu gehen“, so Hameseder. Deshalb wolle man der jungen Generation noch mehr Möglichkeiten bieten, aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft in ihrer Region mitzuarbeiten. So gibt es ab sofort ein eigenes „Raiffeisen-Jugend-Referat“ als zentrale Anlaufstelle, die direkt an den Obmann berichtet. Weiters wird der „Raiffeisen Jugendfunktionär eingeführt“.

„Außerdem öffnen wir unser Haus verstärkt für die Jugend und geben Zugang zu unserem Wissen und unserer Gemeinschaft“, betonte Hameseder. Dafür findet schon im Herbst eine große Jugendkonferenz in Wien statt. Diese soll den Jugendlichen eine Plattform zur Vernetzung bieten.