Jobmarkt noch härter. Prognose korrigiert |Das Arbeitsmarktservice NÖ rechnet nun mit deutlich mehr Arbeitslosen in diesem Jahr als zu Jahresbeginn erwartet wurde. Von Heinz BidnerMit einer deutlichen Korrektur ihrer Arbeitsmarktprognose wartet das Arbeitsmarktservice (AMS) für NÖ auf.

Erstellt am 01. April 2013 (17:25)
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Demnach soll die Arbeitslosenquote von 7,1 Prozent im Vorjahr auf heuer 7,5 Prozent steigen. Zum Jahreswechsel rechnete man noch mit einer Quote von 7,3 Prozent in diesem Jahr.

Die Hintergründe: Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten dürfte laut AMS gegenüber 2012 zwar um 2.900 auf 583.000 steigen. Die Zahl der arbeitslos Gemeldeten soll aber noch kräftiger nach oben klettern. Und zwar um 3.100 auf 47.600 Personen. In der Prognose zum Jahreswechsel war man noch von 45.800 Arbeitslosen für dieses Jahr ausgegangen. „Die Betriebe suchen weiterhin Personal – vor allem gut qualifizierte Fachkräfte“, geht AMS-NÖ-Chef Karl Fakler ins Detail. Heuer und im kommenden Jahr sollen in Summe rund 5.800 neue Arbeitsplätze in NÖ entstehen. Das Arbeitskräfteangebot  – also die Zahl der Arbeitswilligen – wird aber weiterhin deutlich stärker zulegen als die Zahl der offenen Stellen.

Woher kommt aber dieses wachsende Arbeitskräfteangebot? Laut AMS gibt es keine spezielle Gruppe, die besonders stark zulegen würde. Dazu zählen also Ältere, die länger im Erwerbsleben stehen ebenso wie Jüngere, Frauen, mehr Teilzeitkräfte oder etwa Arbeitswillige aus den EU-Mitgliedsstaaten.

Arbeitslosigkeit sinkt erst 2016 wieder 

Für 2014 rechnet das AMS mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote, der allerdings flacher ausfallen soll. So werden 7,6 Prozent prognostiziert. Damit würde NÖ wieder über dem für 2013 und 2014 jeweils erwarteten Bundesschnitt von 7,4 Prozent liegen.„Erst ab dem Jahr 2016 wird die Zahl der arbeitslosen Personen in Niederösterreich wieder deutlich zurückgehen“, schätzt Fakler. Als Konsequenz will das Arbeitsmarktservice heuer 5.000 Betriebe in NÖ besuchen, um Jobs zu vermitteln. Allein zwischen 21. März und 17. Mai soll eine eigene Frühjahrsoffensive starten, bei der 2.200 Unternehmen besucht werden sollen. Das Ziel dabei ist, 8.000 freie Stellen und Lehrstellen aufzutreiben.

Derzeit gibt es laut AMS in NÖ vor allem offene Stellenangebote in den Bereichen Metall/Elektro, im Handel und Fremdenverkehr, für Techniker sowie in Büro- und Gesundheitsberufen.

Erst kurz vor der Revidierung der AMS-Arbeitsmarktprognose präsentierten das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) und das Institut für Höhere Studien (IHS) ihre neuen Konjunkturprognosen. Dabei räumten sie ein, dass die hohe Arbeitslosigkeit in Österreich trotz gleichzeitiger Rekordbeschäftigung vorerst nicht zu bremsen sei. Die Wirtschaftserholung sei zu schwach.

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Foto: Wodicka

Jobmarkt im März

Insgesamt waren beim Arbeitsmarktservice in NÖ Ende März 51.382 Arbeitslose vorgemerkt, das sind um 10,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Schulungsteilnehmer, die nicht als arbeitslos zählen, stieg um 5,5 Prozent auf 10.616. Die geschätzte Arbeitslosenquote liegt in NÖ mit 8,2 Prozent deutlich über dem Österreichschnitt von 7,7 Prozent.