Mikl-Leitner: "Situation am Arbeitsmarkt ist ernst". 2020 gab es in Niederösterreich den höchsten Anstieg der Arbeitslosigkeit seit 1945. Ende August waren immer noch um 26 Prozent mehr Menschen ohne Job als im Vorjahr. Landeshauptfrau Mikl-Leitner betont, dass alles getan werden müsse, um Arbeitsplätze zu erhalten. Bei Arbeitsmarktgipfel sollen dazu weitere Maßnahmen präsentiert werden.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 29. September 2020 (18:12)
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Gespräch mit Wifo-Leiter Christoph Badelt.
NLK/Filzwieser

„Die Corona-Pandemie hat die schwerste Wirtschaftskrise seit fast 100 Jahren nach sich gezogen", verdeutlicht der Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), Christoph Badelt. Die Folgen für Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind schwerwiegend. Für Badelt bestehe die große Gefahr darin, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen rasch anwachsen wird. "Unbestrittenes Faktum ist, dass besonders die Arbeitsmarktproblematik noch länger das drängendste soziale Problem bleiben wird", sagt der Wifo-Leiter nach einem Gespräch mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Spuren hat die Krise auch auf dem niederösterreichischen Arbeitsmarkt hinterlassen.  Mikl-Leitner betont, dass die Situation am Arbeitsmarkt ernst sei. Das zeigen auch die Zahlen: Nach Jahren des Rückgangs der Arbeitslosigkeit hat es heuer den höchsten Anstieg an Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 1945 gegeben. Die Arbeitslosenquote lag Ende April 2020 in NÖ bei 11,7 Prozent und war somit um 4,7 Prozent höher als im Vorjahr (Frauen +5,2 Prozent, Männer +4,3 Prozent). Österreichweit war das Plus noch etwas höher und lag bei 5,4 Prozent. In absoluten Zahlen waren im April über 80.000 Menschen arbeitslos gemeldet - ein Anstieg um rund 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Österreichweit lag der Anstieg der Arbeitslosigkeit im April bei 76,3 Prozent.

Über den Sommer ergab sich zwar eine Verbesserung, die Situation ist aber nach wie vor schwierig: Ende August waren in Niederösterreich immer noch knapp 60.000 Menschen arbeitslos, ein Anstieg von rund 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag Ende August  in NÖ bei 8,6 Prozent und war somit um 1,7 Prozent höher als im Vorjahr. Österreichweit lag das Plus bei 2,1 Prozent.

Bei Arbeitsmarktgipfel sollen weitere Maßnahmen präsentiert werden

„Wir müssen alles tun, um den Wirtschaftsmotor am Laufen zu halten und Arbeitsplätze zu sichern. Es geht um die Lebensgrundlage hunderter Familien in Niederösterreich", sagt Mikl-Leitner. Helfen soll dazu auch das Konjunkturprogramm in der Höhe von 229 Millionen Euro, das die Landesregierung beschlossen hat. Weitere Maßnahmen sollen bei einem Arbeitsmarktgipfel am Montag, 5. Oktober, präsentiert werden.