Käsemacher erhalten neuen Geschäftsführer. Zwischenlösung / Doris Ploner, Tochter des bisherigen Chefs, ist als Geschäftsführerin der beiden insolventen Gesellschaften im Gespräch.

Erstellt am 26. August 2013 (15:31)
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Von René Denk & Heinz Bidner

Die einstweilige Fortführung des insolventen Waldviertler Käsespezialisten „Die Käsemacher“ wird auf neue Beine gestellt. Zwei der drei Gesellschaften des Unternehmens sind zahlungsunfähig und befinden sich in einem Sanierungsverfahren.
„Es ist beabsichtigt, Doris Ploner in allen drei Gesellschaften als Geschäftsführerin einzusetzen, was im Laufe dieser Woche passieren soll. Das sollte auch funktionieren“, erklärt Edmund Kitzler, Insolvenzverwalter der zahlungsunfähigen „Die Käsemacher“ Milch- und Käsevertriebs-GmbH, am Montag gegenüber der NÖN. Doris Ploner würde damit die Funktion ihres Vater Hermann Ploner übernehmen.
„Man braucht nicht zu glauben, dass Doris Ploner nur als Sprachrohr ihres Vaters fungieren würde. Sie ist sehr eigenständig und ist nicht nur durch ihr abgeschlossenes Wirtschaftsstudium auch sicher qualifiziert“, erklärt Kitzler.

Edmund Kitzler sieht Doris Ploner als hoch qualifiziert

Der Insolvenzverwalter weiter: „Doris Ploner hat bekundet, dass ihr sehr viel am Fortbestand des Unternehmens liegt. Es wird hier vermutlich auch von den Banken kein Widerstand kommen. Auch für die dritte, nicht insolvente GmbH (Waldviertel Delikatessen Erzeugungs- und Vertriebs GmbH, Anm.) wird sie als Geschäftsführerin bestellt werden“, meint Kitzler.

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Bereits am Ende der Vorwoche galten Doris Ploner sowie ein langjähriger und qualifizierter Mitarbeiter nach einem runden Tisch als die derzeit einzigen Kandidaten für die Geschäftsführung. Damit ist eine Zwischenlösung bis zur Abstimmung des Sanierungsplanes am 2. Oktober beziehungsweise bis zu einem möglichen früheren Einstieg eines Investors gegeben. Das Vorgehen wäre zwischen beiden Insolvenzverwaltern abgesprochen, so Kitzler.

Anzahl der Interessenten gleich

Die Anzahl an aktiven Interessenten sei annähernd gleich wie vor zwei Wochen. Damals waren es 17. „Ein paar haben ihr Interesse nicht weiterverfolgt, denn sie haben sich keinen Zugangscode für den eingerichteten Online-Datenraum geholt. Dafür sind wieder einige dazugekommen“, erklärt der Insolvenzverwalter. Von der Insolvenz sind rund 200 Mitarbeiter und 60 Bauern betroffen. Die addierte Überschuldung beider Gesellschaften liegt bei 8,4 Millionen Euro.