Heimischer Weinbau setzt auf Touristen. Wegen starker Ausfälle sollen NÖ Weinregionen für Urlauber noch schmackhafter gemacht werden.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 02. September 2020 (05:26)
Symbolbild
Mostviertel Tourismus/schwarz-koenig.at

Mit acht eigenen Weinbaugebieten und einer Rebfläche von rund 28.000 Hektar ist Niederösterreich das größte Weinbaugebiet Österreichs. Doch auch an den heimischen Winzern ist die Coronakrise nicht spurlos vorbeigegangen, der Absatz ist eingebrochen. Allein während des Lockdowns verzeichneten Österreichs Weinbauern in der Gastronomie einen Ausfall von rund 23 Millionen Litern.

Um die heimische Weinwirtschaft nun wieder anzukurbeln und zu unterstützen, startete die Österreich Wein Marketing GmbH die Kampagne „Auf zum Wein“. Mit der bisher größten Kampagne sollen die für Wein typischen Regionen den Urlaubern schmackhaft gemacht werden.

„Wir wollen gerade heuer, wo maßgebliche Abnehmer weggefallen sind, die Nachfrage stärken und den Absatz ankurbeln. Wir wollen Touristen in die Weinbaugebiete holen, ihnen heimische Weine und regionale Kulinarik präsentieren und so nicht nur kurzfristige Gäste, sondern auch langfristige Kunden gewinnen“, sagt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).

Zudem sei die Wertschöpfung bei Weintouristen besonders hoch. „Sie geben bis zu 50 Prozent mehr Geld aus als ‚normale‘ Touristen“, informiert Chris Yorke, Geschäftsführer Österreich Wein Marketing GmbH.

Wein und Kultur beim Winzer

Um die Touristen nun auch schon in der warmen Jahreszeiten in die Weinregionen zu locken, bündelten sich etwa die Gebiete Kamptal, Kremstal und Traisental und veranstalteten den „Weinsommer“. Aber auch Initiativen wie „Kultur beim Winzer“ bieten den Besuchern ein umfangreiches Programm.

Chris Yorke, Diana I., Reinhard Zöchmann und Stephan Pernkopf präsentierten neue Kampagne.
NLK Burchart

„Der Weintourismus in Niederösterreich ist so vielfältig wie die Top-Weine aus den acht verschiedenen Weinbaugebieten mit ihren einzigartigen Kulturlandschaften. Vom sportlichen bis zum kulturellen Weinerlebnis ist in Niederösterreichs Weintourismus alles vertreten“, so Weinkönigin Diana I.. Vom Schlafen im Weinfass im Weinviertel bis hin zum Jausnen in Traisentals Weinbergen ist alles dabei.

Große Schäden wegen heftiger Unwetter

Mit enormen Ausfällen müssen die Winzer im Raum Krems rechnen. Die heftigen Unwetter vor etwas mehr als einer Woche richteten zum Teil großen Schaden an. Ein Winzer berichtet etwa: „15 Minuten Gewitter mit 50 Liter Wasser pro Quadratmeter und starkem Hagelschlag in so kurzer Zeit haben die gesamte Ernte des kommenden Herbstes vernichtet.“

Niederösterreichs Winzer des Jahres, Wolfgang Hofstätter, hat es nicht ganz so schlimm erwischt. „Die Schäden sind lagenweise sehr verschieden, manchmal sogar von Weingarten zu Weingarten“, berichtet er. Trotz der großen Ausfälle ist der heurige Jahrgang von bester Qualität geprägt, wie Reinhard Zöchmann, Vizepräsident des Weinbauverbands NÖ, erklärt. „Wir hoffen jetzt im Spätsommer und Herbst auf kühle Nächte, sodass sich die Aromen noch gut ausbreiten können.“