Wirtschaft befürchtet hohe Schäden. Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs erzeugt Unmut bei der heimischen Wirtschaft. Arbeiterkammer fordert mahnt den zusätzlichen Feiertag als wichtige Regenerationsphase für Arbeitnehmer ein.

Von Anita Kiefer. Erstellt am 23. Januar 2019 (11:26)
Anita Kiefer
Symbolbild

Der Karfreitag (heuer am 19. April) als genereller Feiertag. Dass alle Arbeitnehmer in Österreich darauf ein Anrecht haben, das entschied gestern der Europäische Gerichtshof (EuGH). In Österreich galt bisher die Lösung, dass nur Mitglieder der evangelischen oder altkatholischen Kirche am Karfreitag frei haben – wenn sie arbeiten, bekommen sie einen Zuschlag. Diese Regelung verstößt gegen Unionsrecht, findet der EuGH. Demnach muss der Karfreitag auch für die übrigen, in Österreich mehrheitlich römisch-katholischen Arbeitnehmer, als Feiertag gelten. 

Jetzt ist es an der Bundesregierung, ein entsprechendes Gesetz auf nationaler Ebene zu erlassen und damit eine Neuregelung zu entwerfen.

Wirtschaftskammer beziffert hohe Schäden

Wenig abgewinnen kann die heimische Wirtschaft der Aussicht auf einen 14. Feiertag. „Die Zahl der Feiertage ist bereits sehr hoch“, heißt es von einem Sprecher der Wirtschaftskammer Niederösterreich auf NÖN-Anfrage. „Wir haben 13 offizielle Feiertage. Jeder weitere Feiertag wäre eine zusätzliche Belastung für Niederösterreichs Wirtschaft und würde die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Niederösterreich mindern.“ Die Wirtschaftskammer beziffert den Schaden, der durch die Einführung eines 14. Feiertags entstehen würde, für Niederösterreich mit 100 bis 120 Millionen Euro. Bundesweit wurde diese Summe auf 600 Millionen Euro geschätzt.

"Arbeitsverdichtung steigt kontinuierlich"

Die Arbeiterkammer Niederösterreich hingegen lässt das nicht gelten. „Der Karfreitag muss zum gesetzlichen Feiertag für alle werden. Die Arbeitsverdichtung steigt kontinuierlich, daher sind Regenerationsphasen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wichtiger denn je“, so Arbeiterkammer Niederösterreich-Präsident Markus Wieser.