Erstellt am 13. Februar 2012, 00:00

Karriere beim Film. ERNEST GABMANN / Der Ex-Landeshauptmannstellvertreter sorgte doppelt für Aufsehen. Durch sein Engagement bei Lisa-Film und seine Klage gegen den Flughafen.

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VON MARTIN GEBHART

UND ANITA KIEFER

Die Überraschung war in Niederösterreich groß, als in der Vorwoche bekannt geworden ist, dass der ehemalige ÖVP-Landeshauptmannstellvertreter Ernest Gabmann (62) nach seinem Ausscheiden aus der Flughafen AG als Geschäftsführer zu Lisa-Film von Produzent Karl Spiehs wechselt. Für jene, die ihn besser kennen, war es dennoch keine allzu große Überraschung. Gabmann hatte mit dem Filmmogul Karl Spiehs immer wieder Kontakt. Mehrmals auch in seiner Heimatstadt Schrems im Waldviertel.

In München, einem Firmensitz von Lisa-Film, wurde das Gabmann-Engagement übrigens nicht nur positiv aufgenommen. Thomas Hroch, Enkel von Karl Spiehs, sieht die Entscheidung für Gabmann als klare Wahl seines Großvaters: „Herr Spiehs kennt Gabmann seit über zehn Jahren. Außerdem gibt es gewisse Vorstellungen, was Herr Spiehs noch vorhat in seinem Leben. Er braucht einen Ansprechpartner und Vertrauten, mit dem er diskutieren und philosophieren kann. Und da ist Ernest Gabmann mit seiner Erfahrung und seinen 62 Jahren genau der Richtige.“ Nachsatz: „Herr Spiehs kann Posten besetzen, wie er will, und das hat er auch getan.“

Einen solchen Vertrauten brauche sein Großvater, weil Hroch selbst aus zeitlichen Gründen für viele Dinge nicht mehr zur Verfügung stehe, so Hroch. Er selbst macht ja Gabmann als Geschäftsführer von Lisa-Film Platz und sei nur noch für Mona-Film zuständig. Gabmann ist rückwirkend seit 1. 1. 2012 bei Lisa-Film beschäftigt. Sein Büro hat er in Wien.

Konsulentenvertrag:  Gabmann klagt Airport

 

Abseits von dieser neuen Aufgabe geht Ernest Gabmann juristisch gegen seinen Ex-Arbeitgeber, den Flughafen Wien-Schwechat, vor. Dort musste er ja Ende des Vorjahres vorzeitig ausscheiden. Jetzt fordert er einen Konsulentenvertrag ein, nachdem der Aufsichtsrat am 15. 12. 2010 seinen Ex-Vorstandskollegen Herbert Kaufmann und Gerhard Schmid – im Zusammenhang mit der vorzeitigen Auflösung derer Verträge – einen zugestanden hatte, ihm aber nicht. Ernest Gabmann spricht deswegen von Ungleichbehandlung. Es gehe ihm ums Prinzip. Seitens des Flughafens verwies Vorstand Günther Ofner auf besagte Aufsichtsratssitzung und erklärte, dass es keinen Bedarf für einen Konsulentenvertrag gebe.

Erfolgsklassiker wie die Serie „Ein Schloss am Wörthersee“ mit Roy Black wurden von der Lisa-Film gedreht, Ernest Gabmann übernimmt jetzt die kaufmännische Leitung der Filmproduktionsfirma. ZVG, APA/TECHT