Keine Einigung im Ringen um Handels-KV. Die erste Verhandlungsrunde für die neuen Gehaltsabschlüsse im Handel ist nach nur etwa fünf Stunden unterbrochen worden. Sowohl Gewerkschaft als auch Arbeitgeber beschrieben das Gesprächsklima im Anschluss als "sehr gut und konstruktiv". Beide Seiten legten ihre Positionen dar, in Detailverhandlungen sei man aber noch nicht gegangen. Weiter verhandelt wird bereits am 31. Oktober.

Erstellt am 24. Oktober 2012 (20:19)

Einig wurde man sich über die Inflationsrate, die für die Bewertung des Gehaltsabschlusses herangezogen wird. Für den Zeitraum Oktober 2011 bis September 2012 wird von einer Teuerung von 2,65 Prozent ausgegangen.

Wie viel die Arbeitgeber draufpacken würden, verriet Chefverhandler Peter Buchmüller nicht. Auch Manfred Wolf von der Gewerkschaft war kein Prozentsatz zu entlocken. Im Vorfeld sprachen die Arbeitnehmervertreter von der Forderung nach einer "kräftigen realen Gehaltserhöhung deutlich über der Inflationsrate".

Bei der Zuschlagsregelung und den Bestimmungen der Samstagsarbeit verständigten sich die Sozialpartner nun doch darauf, diese Themen in eigenen Arbeitsgruppen zu behandeln und nicht, wie noch zu Mittag von Buchmüller gewünscht, in die KV-Verhandlungen mitaufzunehmen.

Konkret wollen die Arbeitgeber eine flexiblere Gestaltung bei der Arbeit am Samstag. Derzeit dürfen Beschäftigte im Handel nur jeden zweiten Samstag (nach 13.00 Uhr) arbeiten. Die Arbeitgeber stellen sich ein Modell mit mehreren sogenannten "Superwochenenden" im Jahr vor, an denen die Beschäftigen fix an drei aufeinanderfolgenden Tagen frei haben - also Freitag, Samstag, Sonntag oder Samstag, Sonntag, Montag. Das restliche Jahr sollen sich die Mitarbeiter aussuchen können, ob sie samstags arbeiten wollen oder nicht. "Keinen Spielraum" sah Buchmüller vor der ersten Runde bei der Forderung der Gewerkschaft nach der sechsten Urlaubswoche.